Herr Groß,
mit großem Bedauern und Entsetzen musste ich feststellen, welch zweifelhafte Propaganda in unter folgendem Link veröffentlichten Interview zum Ausdruck kommt:
Interview mit Aurelia Grigoriu
Ist es Ihr Ernst, Aurelia Grigoriu nach solchen Äußerungen noch als Bürgerrechtlerin darzustellen?
Schon die knappen Ausführungen Grigorius zur Republik Moldau sind hochgradig fehlerhaft, da die transnistrische Frage weiterhin ungeklärt bleibt:
Die Stimme Russlands zum Transnistrienstreit
Was Grigoriu bzgl. des Karabkh- bzw. Artsakh- Konflikts von sich gibt, ist übelste Propaganda für den neofaschistischen Diktator von Aserbaidschan, Ilham Alliev. Man kann hier von keiner Besatzung sprechen. Die fragliche Region mit ca. 135.000 Einwohnern ist in der Gegenwart zu 99% armenisch besiedelt. Sie ist uraltes armenisches Siedlungsgebiet, wovon Bauwerke und Architektur dort zeugen. Zudem war der Status der Region war zu Sowjetzeiten nie wirklich geklärt.
Ich muss Sie an dieser Stelle auch an unter folgenden beschriebenen Sachverhalt erinnern:
Ramil Safarow und die Verehrung eines Mörders als Nationalheld in Aserbaidschan
Der Staat, den Frau Grigoriu hier als Opfer einer "armenischen Aggression" darstellt, kauft also mit Barrelldollars Mörder von Armeniern frei, um sie dann als Nationalhelden zu verehren.
Ramil Safarow ist ein verurteilter Mörder: Im Februar 2004 in Budapest, ausgerechnet bei einem Treffen der Nato-Partnerschaft für den Frieden, zerhackte der Leutnant der aserbeidschanischen Armee seinen armenischen Kollegen Gurgen Markarjan im Schlaf mit einer Axt. Im Prozess zeigte der Täter keine Reue und gab und zu, dass der Mann allein wegen seiner Nationalität hatte dran glauben müssen. Seine Anwälte gaben vor Gericht an, er sei seit dem Tod von Verwandten während des armenisch-aserbaidschanischen Kriegs um die Enklave Berg-Karabach traumatisiert. Safarow wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und saß die Strafe zunächst auch ab.
Quelle und Bild: Tagblatt; siehe auch: Artikel aus dem Tagblatt vom 06.09.2012 "In Ungarn wegen Mordes verurteilt und an Aserbaidschan ausgeliefert und dort als Held gefeiert: Der Fall eines Offiziers gefährdet die Stabilität im Kaukasus."
Des Weiteren macht Grigoriu ein System zum mutmaßlichen Opfer, dass jüngst noch folgendermaßen von sich Reden machte:
"Jetzt haben nicht irgendwelche Fanatiker sondern die staatstragende Partei „Moderner Musawat“ ein Preisgeld von umgerechnet 10.000 Euro für denjenigen ausgeschrieben, der dem Schriftsteller Akram Ailisli ein Ohr abschneidet. Ailisli nämlich hat sich auf frevelhafte Weise an der heiligen nationalen Feindschaft gegen die Armenier vergriffen. In seinem neuen Roman „Steinerne Träume“ schreibt er über die Gewalt, die seine Landsleute ihren armenischen Nachbarn zum Ende der Sowjetunion angetan haben." Bücherverbrennung und von der Regierung verordnete Hetzjagd gegenüber "zu armenierfreundlichem" Schriftsteller in Aserbaidschan
Schon an dieser Stelle kommt ein sehr fragwürdiges Opfer-Täter-Verständnis Grigorius zum Vorschein.
Während des Völkermords an den Armeniern im osmanischen Reich, waren es übrigens unter der Rassenideologie des Panturkismus gegen Russland fanatisierte aserbaidschanische Verbände, die noch nach 1915 und 1916 mit der osmanischen Armee mehrere hunderttausende Armenier im Kaukasus töteten.
Außerdem ist es vor dem Hintergrund der im Folgenden aufgeführten Geschehnisse eine unhaltbare und ungeheuerliche Geschichtsverfälschung von einer einseitig armenischen Aggression zu sprechen:
1988: Massaker der aserbaidschanischen Seite an 26 Armeniern in Sumgayit
1988: Armenierprogrom der aserbaidschanischen Volksfront von Kirowabad: 130 Todeopfer
1990: Progrome gegen Armenier in Baku, Xanlar, Schahumjan und Lenkeran mit mehr als 90 Todesopfern
Die Darstellung der Vorfälle von Khocaly 1992 ist höchstumstritten, da der humanitäre Korridor, den die armenischen Streitkräfte eingerichtet hatten, von der aserbaidschanischer Seite selbst nicht genutzt wurde. Der erste Präsident Aserbaidschans vermutete eine Beteilung der aserbaidschanischen Opposition und deren Milizen. Dazu die Journalistin Dana Mazalova:
„Ich möchte besonders betonen, dass Çingiz Mustafayev der einzige Kameramann war, der die dort umgekommenen Menschen aufgenommen hatte. Mitte März 1992 zeigte er mir in seinem Haus in Baku unbearbeitetes Videomaterial, welches er selbst im Februar 1992 im Vorgelände der Stadt Aghdam aufgenommen hatte. Aber die Bilder, die Mustafayev mir gezeigt hatte, haben nichts gemeinsam mit den Videos und Fotos, die die aserbaidschanische Seite der ganzen Welt als seine präsentiert.“
Oder Ajas Mutalibow, erster Präsident der Republik Aserbaidschan: „Ich bezweifle, dass die Armenier den Aserbaidschanern erlaubt hätten ihre Toten einzusammeln, wenn die Vorwürfe eines Massakers wahr wären.“
Weitere Links, die große Teile der türkisch-aserbaidschanischen Version wiederlegen:
1.) Bericht zur Sicherheitslage im Kaukasus der Universität Lyon
2.) Artikel zur Kontroverse bzgl. des Khocaly-Massakers 1
3.) Artikel zur Kontroverse bzgl. des Khocaly-Massakers 2
4.) Artikel zur Kontroverse bzgl. des Khocaly-Massakers 3
5.) Artikel zur Kontroverse bzgl. des Khocaly-Massakers 4
6.) Artikel zur Kontroverse bzgl. des Khocaly-Massakers 5
Natürlich gab es in diesem Krieg auf beiden Seiten Grausamkeiten, Mord und Vertreibungen. Ich greife aber bewusst die Schwachpunkte der von Grigoriu adaptierten aserbaidschanischen Propaganda auf, um die Unhaltbarkeit ihrer im Interview zum Ausdruck gebrachten Darstellung zu untermauern, die jedwede Objektivität vermissen lässt.
Was Grigoriu sich im armenischen Parlament geleistet hat, ist als würde ein ausländischer Politiker in der Knesset von israelischer Aggression gegenüber dem Iran sprechen oder als wenn man in Prishtina dem Kosovo das Recht auf Unabhängigkeit absprechen wollen würde.
Es kommt nicht von ungefähr, dass Grigoriu keine Rückdenckung von der moldawischen Regierung bekommt. Diese weiß offenbar ganz genau, 1.) in welches dünne Glashaus sie angesichts der Transnistrienfrage katapultiert würde und 2.) um die historischen Unwahrheiten sowie die menschenverachtende Aggressionspolitik des neofaschistischen Unterdrückerregimes des mittlerweile in zweiter Generation herrschenden Alliev-Clans in Aserbaidschan.
Nicht die moldawische Presse lässt, ich zitiere Grigoriu "Grundprizipen der selektiven Berichterstattung vermissen", vielmehr tut Grigoriu dies selbst.
Ja, die moldawische Presse stellt zurecht Grigorius moralische Integrität in Frage.
Und nochmal ja, sie hat dem Ruf ihres Landes in der Tat Schaden zugefügt und sich in ihrer Rolle als Ombudsfrau extrem unprofessionell verhalten.
Dieser Sachverhalt spricht wiederum für einen gewissen Wahrheitsgehalt ihrer dennoch fehlerhaften und im Interview recht schnell abgehandelten Analyse ihres Heimatlandes, den sie aber selbst wahrscheinlich unbewusst negiert.
Sie lässt die heute armenisch dominierte Bevölkerungsstruktur ebenso wie das Volksreferendum, in die Unabhängigkeit von der Öldiktatur am Kaspischen Meer beschlossen wurde, völlig außer Acht und adaptiert die politische Position eines totalitären Regimes.
Sie liefert darüber hinaus mit Ausnahme, der ihr angeblich wiederfahrenen Drohungen, keinerlei Argumente für Defizite der Demokratie in Armenien.
Es sei bemerkt, dass die Ausreise, die ihr angeblich so schwer gemacht wurde, doch temporal sehr rasch von Statten ging...
Über ihre Beweggründe für diese historischen Falsifikationen und Propaganda, kann man nur mutmaßen.
Jedoch fällt mir dazu spontan folgender Artikel ein:
„The group published its findings in a May report titled "Caviar Diplomacy, How Azerbaijan Silenced the Council of Europe."
There has been a very conscious strategy of systematically inviting large numbers of parliamentary assembly members to various events in Azerbaijan," says ESI's director Gerald Knaus. "There has been a policy of gift-making. There has also, of course, been legitimate political lobbying. The end result has been a disastrous abrogation of the Council of Europe's core mandate, which is to criticize member states if they don't fulfill their obligations.
Knaus, Von Cramon, and others say Azerbaijan's aggressive lobbying is threatening PACE and undermining its credibility.”
Berichte von Mitgliedern des Europarats zu Bestechungsversuchen aserbaidschanischer Repräsentanten
Ein weiteres Indiz für die Unsachlichkeit und den naheliegenden Einfluß des aserbaidschanischen Propagandaapparats auf Frau Grigoriu, ist die Tatsache, dass sie das Interview nutzt, um neben dem armenischen Parlament auch die Diaspora diffamieren zu wollen.
Das ist deswegen so markant, weil es in dem Interview ursprünglich um Demokratieentwicklung in Armenien und Moldawien gehen sollte.
Wie bereits erwähnt wird Moldawien sehr schnell und fragmentär abgehandelt, wobei sich Grigoriu diesbezüglich an späterer Stelle sogar noch selbst widerspricht.
Was folgt ist die einseitige und vollends unkritische Wiedergabe der völkischen Alliev-Propaganda sowie eine nicht nachprüfbare und zweifelhafte persönliche Geschichte, die, das sei nocheinmal betont, wie die Angriffe gegen die Diapora, in keinster Weise dem angekündigten Thema des Interviews zuträglich ist.
Das Interview ist vollends zu einem plumpen Propagandaschlag verkommen, den jeder mit einem Hauch an Hintergrundwissen schnell durchschaut.
Letztendlich wird mit keinem Wort auf, für die Bewertung eines Landes mit Ambitionen zum demokratischen Rechtsstaat typischen Kriterien (Rechtsstaatlichkeit, Ausrichtung freier Wahlen, Parteienvielfalt, Pressefreiheit, Existenz und Umsetzung einer freiheitlich-demokratischen Verfassung, etc.) eingegangen, sondern lediglich die Doktrin eines diktatorischen Regimes zum verhassten Nachbarn heruntergebet.
Hätten Sie die o.g. Punkte angesprochen, Herr Groß, wäre das Resultat gewesen, dass Armenien ein junger Staat ist, der sich in Demokratie versucht und dabei mit den für ehemalige Sowjetrepubliken üblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Den baltischen Staaten, Moldawien oder der Ukraine geht es da nicht anders. Einen Vergleich diesbezüglich mit dem totalitär geführten Aserbaidschan muss Armenien jedoch sicherlich nicht fürchten.
Um dies festzustellen genügt ein Blick auf die Infoseite des Auswärtigen Amtes. Dort heißt es zum Staat zwischen Kaspischen Meer und Kaukasus u.a.:
1.) "Der Präsident besitzt das Vorschlagsrecht für die Ernennung von Richtern des Verfassungsgerichts, des Obersten Gerichtshofs und des Wirtschaftsgerichts durch das Parlament sowie die Ernennung der übrigen Richter."
2.) "Die letzten Präsidentschaftswahlen am 15.10.2008 hat Amtsinhaber Ilham Aliyev offiziell mit knapp 89 Prozent gewonnen."
3.) "Gleichwohl unterliegen Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit erheblichen Einschränkungen."
4.) "Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat am 23.01.2013 mit großer Mehrheit (196:13:16) die Resolution 1917 (2013) verabschiedet. Die Resolution enthält eine Reihe von Kritikpunkten betreffend Demokratie, Rechtswesen, Korruption, politische Gefangene, Folter, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Gewissens- und Religionsfreiheit."
Info des Auswärtigen Amtes zu Aserbaidschan
Solche eindeutig undemokratische Strukturen attestierende Sätze sucht man in der Info zu Armenien vergeblich und ein bloßer Vergleich der Wahlergebnisse und parteilichen Mehrheitsverhältnisse genügt, um festzustellen dass Ihr einleitender Satz zur letzten Frage an Aurelia Griguriu eine gezielte Desinformation des Lesers darstellt.
Info des Auswärtigen Amtes zu Armenien
Dr. Groß, als kritischer Interviewer hätten Sie Aurelia Gregoriu zumindest auch Fragen zur Lage in Aserbaidschan stellen müssen.
Es wäre, sollten Sie Wert auf Ihre Neutralität legen, Ihre Pflicht gewesen, Aurelia Grigoriu, eine Bewertung der Affäre um den Axtmörder Ramil Safarow, sowie der Bücherverbrennung von Werken des Autoren Akram Ailisli und dessen politischer Verfolgung sowie der Verfolgung zahlreicher weiterer Oppositioneller wie etwa Emin Milli oder Elnur Majidli, und den Einfluß dieser Ereignisse auf eine etwaige Neubewertung des Konflikts der beiden Staaten, zu entlocken, bezieht sich Grigoriu doch diesbezüglich nur auf nunmehr zehn Jahre alte Resolutionen, die längst hätten überarbeitet werden müssen.
Dieser Pflicht kommen Sie nicht nach, stattdessen leiten Sie Ihre Frage zur menschrechtlichen Situation in mit folgendem Satz ein:
"Seit 1.Januar 2012 ist Aserbaidschan nicht-ständiges Mitglied im UN Sicherheitsrat und wird der Tradition von Menschenrechten in Europa gerecht."
- In Anbetracht der o.g. Tatsachen muss ernsthaft an Ihrem Verständnis von Demokratie und Rechtstaatlichkeit gezweifelt werden.
Ich möchte Ihnen abschließend noch die Lektüre des folgendes Interviews vom Standard mit Emin Milli ans Herz legen:
Interview mit dem aserbaidschnischen Oppositionellen Emin Milli
Außerdem sollten Sie sich die unter nachstehendem Link abrufbare ARTE-Dokumentation über Elnur Majidli ansehen, bevor Sie wieder solche Behauptungen aufstellen:
ARTE Dokumentation über den Kampf der im Pariser Exil lebenden aserbaidschanischen Oppositionellen Elnur Majidli
Mfg
Julian Tumasewitsch W.
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Freitag, 4. Oktober 2013
Antwort an Dr. Stefan Groß bzgl. seines Interviews mit Aurelia Grigoriu veröffentlicht in u.a. Tabularasa No.92 (10/2013)
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Montag, 1. Juli 2013
Sieg der Öldiktatur oder der Gerechtigkeit? - Kommt ein Diktatorenfreund und Lobbyistenfan in der UNO seinen Gönnern zu Hilfe?
Es klingt fast zu schön um wahr zu sein, doch laut der Neuen Zürcher Zeitung ist es in der Tat Realität. Eine Vielzahl von liberalen Schweizer Politikern kämpft Seite an Seite mit armenischen, kurdischen und jüdischen Verbänden für die Errichtung eines Mahnmals gegen die größten Verbrechen in der jüngeren Geschichte der Menschheit (vgl.:http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/uno-opponiert-gegen-geplante-armenier-gedenkstaette-in-genf-1.18107791).
Doch neben der üblichen Rumpelstillzchenposse seitens der türkischen Regierung, die sowohl bei liberalen türkischen Intellektuellen an den freien Universitäten des Landes als auch beim Who-is-Who der internationalen Historiker für Nichts außer Unverständnis und Kopfschütteln sorgt, stellt sich nun überraschenderweise UNO quer, bzw. vielmehr interveniert ihr Generaldirektor, Kassym-Jomart Tokajev.
Nun ist es an der Zeit sich zu fragen, wer dieser Herr eigentlich ist.
„Zeig mir, mit wem du dich umgibst, und ich sag dir ... ... wer du bist“, bei genauerer Betrachtung des Wirkens der Person Tokajev kommt diesen alten Sprichwort eine ganz besondere Bedeutung zu.
Tokajev ist früherer Premier- und Außenminister Kasachstan und wurde 2011 von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zum Generaldirektor der Vereinten Nationen in Genf ernannt.
Nicht erst seit dem Beginn seiner Amtszeit fällt bei Tokajev ganz stark seine kritiklose Affinität zu Aserbaidschan, der nationalistisch-neofaschistischen Erbdiktatur am mit reichen Ölvorkommen gesegneten Kaspischen Meer, die sich nun in zweiter Generation im Würgegriff des Aliyevclans befindet, auf.
So eröffnete er am 9.Mai 2013 eine Kunstausstellung mit Gemälden von u.a. aserbaidschanischer Maler (http://www.azernews.az/culture/53564.html) und adressierte seinen besonderen Dank an den Botschafter des repressiven Alliyev-Systems und bekam dafür in dessen staatlich kontrollierter und zensierter Presse bereits ein sehr positives Echo.
Ebenfalls im Mai dieses Jahres partizipierte Tokajev an vorderster Front bei der Ehrung des Begründers des diktatorischen aserbaidschanischen Familienregimes, Haydar Aliyev, dessen Sohn Ilham seit dem Tod des Vaters im Jahre 2003 die Macht im Staat zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer von ihm erhalten hat (vgl.:http://www.azernews.az/azerbaijan/53705.html)
Die Aliyevsche Regimepolitik kennt in Wesentlichen vier Säulen, die erste Wirtschaftliche ist die nahezu vollständige Abhängigkeit von den Ölvorkommen im Kaspischen Meer vor der Küste Bakus. Damit einhergehend ist ein starker Zentralismus, der nur einen kleinen in der Hauptstadt ansässigen, regimetreuen Bevölkerungsanteil Zugang zum durch das schwarze Gold entstandenen potenziellen Wohlstand gewährt. Darin weißt das Land große Äquivalenzen zu den ebenfalls von autoritären Diktatoren geführten und 100% ölabhängigen Golfstaaten auf.
Die zweite Säule ist ideologischer Natur und besteht in der Einschwörung auf den türkischen Nationalismus.
Die dritte ist, und das sollte jeder, der die Berichterstattung im Vorfeld des Eurovision Song Contests verfolgt hat, noch im Kopf haben, die ständige Bespitzelung sowie die gewaltsame Zerschlagung der ohnehin nur marginal ausgeprägten oppositionellen Strukturen im Land.
Als vierte Säule ist ein massiver wirtschaftlicher Protektionismus zu nennen, der die wenigen mittelständischen nicht-staatlichen systematisch am Wachsen durch Teilnahme am internationalen Markt hindert, da er ihnen grundsätzlich schon verbietet mehr als umgerechnet ca. 1000€ pro Woche ins Ausland zu transferieren, was aufgrund des staatlich kontrollierten Bankenwesens und dessen astronomisch hoher Auslandsüberweisungsgebühren ohnehin nur durch die Präsenz von Western Union überhaupt ein wenigen Fällen einen Sinn macht.
Eine ausführliche Analyse des diktatorischen Systems Aliyev findet sich unter nachstehendem Link:http://madlens-blog.blogspot.de/2012/01/acht-blickwinkel-aserbaidschan.html
Was gibt es bitte positiv an einem solch fragwürdigen Lebenswerk bzw. Vermächtniss eines lupenreinen nationalistischen Diktators durch einen ranghohen UNO-Repräsentanten, zu würdigen Herr Tokajev?
Tokajev war als Mitglied der kasachischen und des kasachischen Parlaments lange vor seiner Berufung zur UNO nach Genf als Förderer der Ölindustrie bekannt, welche enge Kontakte zur Erbdiktatur am Kaspischen Meer unterhält.
(vgl.: http://iwep.kz/uploads/files/biblioteka/books/Kazakhstancy_o_pervom_presidente_RK.pdf sowie http://www.newsline.kz/news.php?y=2008&m=09&d=16)
So ist es wenig verwunderlich, dass er auch nun in Genf gerne gesehener Gast bei Festivitäten der ständigen diplomatischen Vertretung des Aliyev Clans ist und dafür ein ums andere Mal und besonders im Frühjahr 2013 wie kaum ein anderer ausländischer Politiker mit positiven Pressefeedbacks der staatlichen kontrollierten und zensierten Presse der Aliyevschen Erbdiktatur bedacht wird.
(vgl. u.a. „The opening ceremony of the Cultural Night was addressed by the Deputy Minister of Culture and Tourism of the Republic of Azerbaijan Madame Sevda Mammadaliyeva and the Director-General of UN Office at Geneva Mr. Kassym-Jomart Tokayev. Mr. K.Tokayev expressed his gratitude and appreciation to the Permanent Mission and in particular Ambassador, Permanent Representative Dr. Murad N.Najafbayli for the organization of the International Day of Nowruz and Azerbaijani Cultural Night.” (http://www.azmission.ch/xeberler/20130404070214088.html)
Wenn ein eigentlich der Neutralität verpflichteter UN-Repräsentant derart oft und durchweg positiv mit Lob von den staatlichen Medien eines totalitären Regimes überseht wird, ist dies sehr verdächtig.
Der Einfluss regimegestützter aserbaidschanischer Lobbys und deren Barreldollars hat in Person von Tokajev nun offenbar die UNO erreicht.
In Europa sind diese Einflüsse bereits länger bekannt und äußern sich ansonsten dadurch verurteilte Mörder von schlafenden Armeniern aus anderen Staaten freizukaufen, um sie anschließend Nationalhelden zu verehren:
„Am 18. Februar 2004 kauft sich der aserbaidschanische Soldat Ramil Safarov eine Axt. Er ist mit Militärangehörigen aus anderen Ländern in Budapest, um an einem Nato-Fortbildungsprogramm teilzunehmen. In der übernächsten Nacht nimmt er die Axt, geht ins Zimmer eines schlafenden Teilnehmers aus dem verfeindeten Nachbarland Armenien und erschlägt ihn im Schlaf. Die Obduktion wird ergeben, dass er ihn sechzehn Mal im Gesicht trifft und den Kopf fast vom Rumpf trennt. Danach macht sich Safarov auf den Weg, einen weiteren armenischen Soldaten im Gebäude zu töten. Bevor er in dessen Zimmer eindringen kann, wird er von der Polizei verhaftet. Ein ungarisches Gericht verurteilte Safarov 2006 zu lebenslänglicher Haft. Frühestens 2036 sollte er begnadigt werden können. Der Richter begründete das Urteil mit der Brutalität der Tat und dem Fehlen jeder Reue.“ (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-aserbaidschanischer-held/)
Außerdem sollen Berichte über die zahlreichen politischen Gefangenen, die Repressivität des totalitären Regimes untermauern, durch aufdringliche Bestechungsversuche gezielt von europäischen Gremien und der europäischen Öffentlichkeit fern gehalten werden:
„The group published its findings in a May report titled "Caviar Diplomacy, How Azerbaijan Silenced the Council of Europe."
There has been a very conscious strategy of systematically inviting large numbers of parliamentary assembly members to various events in Azerbaijan," says ESI's director Gerald Knaus. "There has been a policy of gift-making. There has also, of course, been legitimate political lobbying. The end result has been a disastrous abrogation of the Council of Europe's core mandate, which is to criticize member states if they don't fulfill their obligations.
Knaus, Von Cramon, and others say Azerbaijan's aggressive lobbying is threatening PACE and undermining its credibility.” (http://www.rferl.org/content/pace-azerbaijan-political-prisoners-lobbying/24730257.html)
Kritische Worte für solche Initiativen seiner alten Ölfreunde vom Alievregime sucht man bei Kassym-Jomart Tokajev genauso vergeblich, wie eine Distanzierung von der Kopfgeldaussetzung sowie dem Mordaufruf seitens des Aliyev Regimes gegen den Schriftsteller Akram Aylisli und die staatlich geförderte Bücherverbrennung in Aserbaidschan:
„Gegen den 75-jährigen Schriftsteller Akram Aylisli läuft derzeit eine Hetzjagd in Aserbaidschan. Ein Kopfgeld wurde verhängt, seine Bücher verbrannt, die Rente gestrichen und zum Mord gegen ihn aufgerufen. All' dies erfolgt nicht durch eine kleine rassistische Randgruppe, sondern durch den Diktator Ilham Aliyev persönlich, seiner Regierungspartei und der "modernen" Oppositionspartei."
(http://www.der-kosmopolit.de/2013/02/bucherverbrennung-und-hetzjagd-gegen.html)
Angesichts dieser Tatsachen ist es nur wenig verwunderlich, dass Tokajev sich zum Vorreiter der „Bedenken“ gegen das geplante Mahnmal, welches zwar armenische Inschriften aber nicht einmal „das heikle G-Wort“ enthält.
Neben der Türkei opponiert auch immer wieder deren kleiner Bruderstaat Aserbaidschan gegen jegliche Thematisierung der Verbrechen gegen das armenische Volk. Die engen Beziehungen, die Tokajev seit Jahren zu dessen Vertretern unterhält, scheinen direkten kausalen Zusammenhang zu seiner Einmischung in den Denkmalbau zu bilden.
Auch dass Herr Tokajev auch im eigenen Land wenig mit demokratischen Kräften anfangen konnte und gerne mal für einen Diktator in die Bresche springt, ist Kennern der Region bekannt: "K.-Z. Tokajew nahm an den Repressionen gegen die demokratischen Kräfte in Kasachstan teil. Am 20. November 2001 hält K. Tokajew auf Antrag des Präsidenten eine Fernsehansprache (Kanal Khabar-Kanal), in der er sich an den Präsidenten Nasarbajew wendet und ihn darum bittet, einige Regierungsmitglieder und einige Beamten, darunter Mukhtar Ablyazov, Galymzhan Zhakiyanov, Oraz Dzhandosov und andere, die sich in einem Land, in dem sich die politische Bewegung zugunsten einer „demokratischen Wahl Kasachstans‟ entwickelte, für die demokratischen Reformen ausgesprochen hatten, zu entlassen.
Nach der Einleitung der Strafverfolgung in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten Amerikas 1999 gegen den kasachischen Präsidenten und seines engsten Entourages (diese aufsehenerregende Korruptionsaffaire wurde Kazahkgate genannt) beauftragt Nasarbajew Tokajew damit, alle Mittel einzusetzen, um die Untersuchung fallen zu lassen – alle notwendigen politischen, ökonomischen und andere Schritte sind nützlich, um dieses Ergebnis zu erzielen. Tokajew wird auch damit beauftragt, für Nasarbajew einen neuen Anwalt zu finden. Zwischen 2002 und 2003 ist K. Tokajew mehrmals in die Schweiz gekommen, um das Problem mit den Schweizer Behörden zu lösen." (http://www.viktor-khrapunov.com/de/publikationen/vk-13/)
Herr Tokajev, Sie haben durch diesen erwartbaren aber unglaublich dummen Steinwurf ein riesiges Loch in ihr dünnes Glashaus geworfen.
Doch neben der üblichen Rumpelstillzchenposse seitens der türkischen Regierung, die sowohl bei liberalen türkischen Intellektuellen an den freien Universitäten des Landes als auch beim Who-is-Who der internationalen Historiker für Nichts außer Unverständnis und Kopfschütteln sorgt, stellt sich nun überraschenderweise UNO quer, bzw. vielmehr interveniert ihr Generaldirektor, Kassym-Jomart Tokajev.
Nun ist es an der Zeit sich zu fragen, wer dieser Herr eigentlich ist.
„Zeig mir, mit wem du dich umgibst, und ich sag dir ... ... wer du bist“, bei genauerer Betrachtung des Wirkens der Person Tokajev kommt diesen alten Sprichwort eine ganz besondere Bedeutung zu.
Tokajev ist früherer Premier- und Außenminister Kasachstan und wurde 2011 von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon zum Generaldirektor der Vereinten Nationen in Genf ernannt.
Nicht erst seit dem Beginn seiner Amtszeit fällt bei Tokajev ganz stark seine kritiklose Affinität zu Aserbaidschan, der nationalistisch-neofaschistischen Erbdiktatur am mit reichen Ölvorkommen gesegneten Kaspischen Meer, die sich nun in zweiter Generation im Würgegriff des Aliyevclans befindet, auf.
So eröffnete er am 9.Mai 2013 eine Kunstausstellung mit Gemälden von u.a. aserbaidschanischer Maler (http://www.azernews.az/culture/53564.html) und adressierte seinen besonderen Dank an den Botschafter des repressiven Alliyev-Systems und bekam dafür in dessen staatlich kontrollierter und zensierter Presse bereits ein sehr positives Echo.
Ebenfalls im Mai dieses Jahres partizipierte Tokajev an vorderster Front bei der Ehrung des Begründers des diktatorischen aserbaidschanischen Familienregimes, Haydar Aliyev, dessen Sohn Ilham seit dem Tod des Vaters im Jahre 2003 die Macht im Staat zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer von ihm erhalten hat (vgl.:http://www.azernews.az/azerbaijan/53705.html)
Die Aliyevsche Regimepolitik kennt in Wesentlichen vier Säulen, die erste Wirtschaftliche ist die nahezu vollständige Abhängigkeit von den Ölvorkommen im Kaspischen Meer vor der Küste Bakus. Damit einhergehend ist ein starker Zentralismus, der nur einen kleinen in der Hauptstadt ansässigen, regimetreuen Bevölkerungsanteil Zugang zum durch das schwarze Gold entstandenen potenziellen Wohlstand gewährt. Darin weißt das Land große Äquivalenzen zu den ebenfalls von autoritären Diktatoren geführten und 100% ölabhängigen Golfstaaten auf.
Die zweite Säule ist ideologischer Natur und besteht in der Einschwörung auf den türkischen Nationalismus.
Die dritte ist, und das sollte jeder, der die Berichterstattung im Vorfeld des Eurovision Song Contests verfolgt hat, noch im Kopf haben, die ständige Bespitzelung sowie die gewaltsame Zerschlagung der ohnehin nur marginal ausgeprägten oppositionellen Strukturen im Land.
Als vierte Säule ist ein massiver wirtschaftlicher Protektionismus zu nennen, der die wenigen mittelständischen nicht-staatlichen systematisch am Wachsen durch Teilnahme am internationalen Markt hindert, da er ihnen grundsätzlich schon verbietet mehr als umgerechnet ca. 1000€ pro Woche ins Ausland zu transferieren, was aufgrund des staatlich kontrollierten Bankenwesens und dessen astronomisch hoher Auslandsüberweisungsgebühren ohnehin nur durch die Präsenz von Western Union überhaupt ein wenigen Fällen einen Sinn macht.
Eine ausführliche Analyse des diktatorischen Systems Aliyev findet sich unter nachstehendem Link:http://madlens-blog.blogspot.de/2012/01/acht-blickwinkel-aserbaidschan.html
Was gibt es bitte positiv an einem solch fragwürdigen Lebenswerk bzw. Vermächtniss eines lupenreinen nationalistischen Diktators durch einen ranghohen UNO-Repräsentanten, zu würdigen Herr Tokajev?
Tokajev war als Mitglied der kasachischen und des kasachischen Parlaments lange vor seiner Berufung zur UNO nach Genf als Förderer der Ölindustrie bekannt, welche enge Kontakte zur Erbdiktatur am Kaspischen Meer unterhält.
(vgl.: http://iwep.kz/uploads/files/biblioteka/books/Kazakhstancy_o_pervom_presidente_RK.pdf sowie http://www.newsline.kz/news.php?y=2008&m=09&d=16)
So ist es wenig verwunderlich, dass er auch nun in Genf gerne gesehener Gast bei Festivitäten der ständigen diplomatischen Vertretung des Aliyev Clans ist und dafür ein ums andere Mal und besonders im Frühjahr 2013 wie kaum ein anderer ausländischer Politiker mit positiven Pressefeedbacks der staatlichen kontrollierten und zensierten Presse der Aliyevschen Erbdiktatur bedacht wird.
(vgl. u.a. „The opening ceremony of the Cultural Night was addressed by the Deputy Minister of Culture and Tourism of the Republic of Azerbaijan Madame Sevda Mammadaliyeva and the Director-General of UN Office at Geneva Mr. Kassym-Jomart Tokayev. Mr. K.Tokayev expressed his gratitude and appreciation to the Permanent Mission and in particular Ambassador, Permanent Representative Dr. Murad N.Najafbayli for the organization of the International Day of Nowruz and Azerbaijani Cultural Night.” (http://www.azmission.ch/xeberler/20130404070214088.html)
Wenn ein eigentlich der Neutralität verpflichteter UN-Repräsentant derart oft und durchweg positiv mit Lob von den staatlichen Medien eines totalitären Regimes überseht wird, ist dies sehr verdächtig.
Der Einfluss regimegestützter aserbaidschanischer Lobbys und deren Barreldollars hat in Person von Tokajev nun offenbar die UNO erreicht.
In Europa sind diese Einflüsse bereits länger bekannt und äußern sich ansonsten dadurch verurteilte Mörder von schlafenden Armeniern aus anderen Staaten freizukaufen, um sie anschließend Nationalhelden zu verehren:
„Am 18. Februar 2004 kauft sich der aserbaidschanische Soldat Ramil Safarov eine Axt. Er ist mit Militärangehörigen aus anderen Ländern in Budapest, um an einem Nato-Fortbildungsprogramm teilzunehmen. In der übernächsten Nacht nimmt er die Axt, geht ins Zimmer eines schlafenden Teilnehmers aus dem verfeindeten Nachbarland Armenien und erschlägt ihn im Schlaf. Die Obduktion wird ergeben, dass er ihn sechzehn Mal im Gesicht trifft und den Kopf fast vom Rumpf trennt. Danach macht sich Safarov auf den Weg, einen weiteren armenischen Soldaten im Gebäude zu töten. Bevor er in dessen Zimmer eindringen kann, wird er von der Polizei verhaftet. Ein ungarisches Gericht verurteilte Safarov 2006 zu lebenslänglicher Haft. Frühestens 2036 sollte er begnadigt werden können. Der Richter begründete das Urteil mit der Brutalität der Tat und dem Fehlen jeder Reue.“ (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-aserbaidschanischer-held/)
Außerdem sollen Berichte über die zahlreichen politischen Gefangenen, die Repressivität des totalitären Regimes untermauern, durch aufdringliche Bestechungsversuche gezielt von europäischen Gremien und der europäischen Öffentlichkeit fern gehalten werden:
„The group published its findings in a May report titled "Caviar Diplomacy, How Azerbaijan Silenced the Council of Europe."
There has been a very conscious strategy of systematically inviting large numbers of parliamentary assembly members to various events in Azerbaijan," says ESI's director Gerald Knaus. "There has been a policy of gift-making. There has also, of course, been legitimate political lobbying. The end result has been a disastrous abrogation of the Council of Europe's core mandate, which is to criticize member states if they don't fulfill their obligations.
Knaus, Von Cramon, and others say Azerbaijan's aggressive lobbying is threatening PACE and undermining its credibility.” (http://www.rferl.org/content/pace-azerbaijan-political-prisoners-lobbying/24730257.html)
Kritische Worte für solche Initiativen seiner alten Ölfreunde vom Alievregime sucht man bei Kassym-Jomart Tokajev genauso vergeblich, wie eine Distanzierung von der Kopfgeldaussetzung sowie dem Mordaufruf seitens des Aliyev Regimes gegen den Schriftsteller Akram Aylisli und die staatlich geförderte Bücherverbrennung in Aserbaidschan:
„Gegen den 75-jährigen Schriftsteller Akram Aylisli läuft derzeit eine Hetzjagd in Aserbaidschan. Ein Kopfgeld wurde verhängt, seine Bücher verbrannt, die Rente gestrichen und zum Mord gegen ihn aufgerufen. All' dies erfolgt nicht durch eine kleine rassistische Randgruppe, sondern durch den Diktator Ilham Aliyev persönlich, seiner Regierungspartei und der "modernen" Oppositionspartei."
(http://www.der-kosmopolit.de/2013/02/bucherverbrennung-und-hetzjagd-gegen.html)
Angesichts dieser Tatsachen ist es nur wenig verwunderlich, dass Tokajev sich zum Vorreiter der „Bedenken“ gegen das geplante Mahnmal, welches zwar armenische Inschriften aber nicht einmal „das heikle G-Wort“ enthält.
Neben der Türkei opponiert auch immer wieder deren kleiner Bruderstaat Aserbaidschan gegen jegliche Thematisierung der Verbrechen gegen das armenische Volk. Die engen Beziehungen, die Tokajev seit Jahren zu dessen Vertretern unterhält, scheinen direkten kausalen Zusammenhang zu seiner Einmischung in den Denkmalbau zu bilden.
Auch dass Herr Tokajev auch im eigenen Land wenig mit demokratischen Kräften anfangen konnte und gerne mal für einen Diktator in die Bresche springt, ist Kennern der Region bekannt: "K.-Z. Tokajew nahm an den Repressionen gegen die demokratischen Kräfte in Kasachstan teil. Am 20. November 2001 hält K. Tokajew auf Antrag des Präsidenten eine Fernsehansprache (Kanal Khabar-Kanal), in der er sich an den Präsidenten Nasarbajew wendet und ihn darum bittet, einige Regierungsmitglieder und einige Beamten, darunter Mukhtar Ablyazov, Galymzhan Zhakiyanov, Oraz Dzhandosov und andere, die sich in einem Land, in dem sich die politische Bewegung zugunsten einer „demokratischen Wahl Kasachstans‟ entwickelte, für die demokratischen Reformen ausgesprochen hatten, zu entlassen.
Nach der Einleitung der Strafverfolgung in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten Amerikas 1999 gegen den kasachischen Präsidenten und seines engsten Entourages (diese aufsehenerregende Korruptionsaffaire wurde Kazahkgate genannt) beauftragt Nasarbajew Tokajew damit, alle Mittel einzusetzen, um die Untersuchung fallen zu lassen – alle notwendigen politischen, ökonomischen und andere Schritte sind nützlich, um dieses Ergebnis zu erzielen. Tokajew wird auch damit beauftragt, für Nasarbajew einen neuen Anwalt zu finden. Zwischen 2002 und 2003 ist K. Tokajew mehrmals in die Schweiz gekommen, um das Problem mit den Schweizer Behörden zu lösen." (http://www.viktor-khrapunov.com/de/publikationen/vk-13/)
Herr Tokajev, Sie haben durch diesen erwartbaren aber unglaublich dummen Steinwurf ein riesiges Loch in ihr dünnes Glashaus geworfen.
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