Am 15. Oktober hat der Präsident des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte das Urteil in der seit 2008 anhängigen Sache Perincek vs. Schweiz verkündet. Die Oberste Kammer des EGMR bestätigt als letzte Instanz das vorherige Urteil des EGMR vom 17.12.2013, in dem die Faktizität des Genozids an den Armeniern bereits infrage gestellt worden war und Dogu Perincek das uneingeschränkte Recht auf Meinungsäußerung entsprechend §10 der Europäischen Menschenrechtskonvention zuerkannt wurde; nach Ansicht des EGMR schließt dies das Recht ein, den Völkermord an den Armeniern des Osmanischen Reiches zu bezweifeln.
Wenn die Meinungsfreiheit nicht mehr dort endet, wo die Menschenwürde massiv verletzt wird, wird sie vom Menschenrecht zum Arschlochrecht degradiert.
Die Nachkommen der Völkermordsopfer würden in ihren neuen Heimaten lieber über die Jazzszene in Yerewan, Granatapfelwein, Konyak, Baden im Sewansee, den Volkstanz Kochari und das Potential Armeniens bei erneuerbaren Energien sprechen, statt sich ständig zur Völkermordsthematik zu äußern. Das können sie aber nicht, weil die bespiellos ethnozentrisch durchwucherte, geschichtsrevisionistische Leugnungspolitik der Türkei, als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, das Täter-Opfer-Verhältnis skrupellos radikal umkehrt, und sie dazu zwingt sich immer wieder für das Schicksal ihrer Vorfahren rechtfertigen zu müssen. Diese zum Himmel schreiend ungerechte Situation wird durch das Urteil des EMGR in der Causa Doğu Perinçek gegen die Schweiz weiter verschlimmert.
Gerade jetzt, da die sich seit mehr als einem halben Jahrzehnt die Fratze des türkischen Rassismus in Europa immer schärfer abzeichnet, bedeutet dieses Urteil einen weiteren fatalen Freibrief.
Die, der pro-kurdischen Partei HDP angehörenden, Opfer der Anschläge von Ankara vom Samstag, den 10.10.2015 werden bei der EM-Qualifikation in Konya von türkischen "Fans" ausgebuht und verhöhnt. Eine Spendenkampagne für, vor dem IS geflüchtete, vorwiegend yezidische Kurden im Shingalgebirge wird von der Drogeriemarktkette DM auf Druck türkischer Fundamentalisten abgesagt. Jetzt bekommen auch die armenischen, aramäischen und pontosgriechischen Nachkommen der Genozidopfer den immensen zerstörerischen Einfluß der xenophoben türkisch-rechtskonservativen Lobby in Europa, für die Perinçek als Wanderprediger fungiert, zu spüren. Das alles passierte innerhalb von nur einer Woche. Europa verkauft seine Werte im Eiltempo. Währenddessen wird Perinçek in der Türkei in den Rang eines Nationalhelden erhoben.
Doğu Perinçek ist nicht Irgendeiner. Er ist ein staatlich koordiniert und geförderter Scharfmacher, der türkische Migranten in Europa gezielt aufstacheln soll. Ein ochlokratisch organisiertes und semi-totalitäres System hat europäische Rechtsstaalichkeit erfolgreich unterlaufen, und besiegt. Das ist zu einem Zeitpunkt, wo der türkische Rassismus eine neue Dimension erreicht hat, ein denkbar falsches Signal.
Zum Weiterlesen und besseren Verständnis:
1.) Istanbul, 13. März 2014: Notorischer Genozidleugner Doğu Perinçek in der Türkei vorzeitig aus der Haft entlassen: „WIR SIND WIE EIN GEZOGENES SCHWERT!“
2.) Straßburg, 15. Oktober 2015: EGMR verurteilt schweizerische Justiz und erlaubt Genozidleugnung im Rahmen der Meinungsfreiheit
3.) Pressemitteilung der Gesellschaft Schweiz
- Armenien (GSA)
4.) Pfiffe und Buhrufe für die Terroropfer von Ankara
5.) Heulsuse der Woche: rassistische Flüchtlingsgegner vs. nationalistische Deutschtürken
6.) Kein Rassismus in der Türkei!
7.) Türkischer Rassismus im Nationalstaat Türkei am Beispiel der Kurden
8.) Türkische Gemeinde zu Berlin hetzt gegen Kurden in Deutschland
9.) Robert Fulford: Turkey is increasingly unable to handle criticism
10.) «Völkermord oder nicht ist keine demokratische Ausmarchung»
11.) Das Gericht schadet sich selbst
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Samstag, 17. Oktober 2015
Kommentar zum Urteil des EMGR in Fall Doğu Perinçek: Ein Menschenrecht wurde zum Arschlochrecht degradiert
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Sonntag, 20. Juli 2014
Zyprioten entlarven die Doppelmoral von Anti-Israel Demonstranten
Deutschland und ganz Europa werden derzeit von massiven Anti-Israel Demonstrationen erschüttert.
Während es einige daran beteiligte linksgerichtete Gruppierung vielleicht wirklich ernst mit Friedensaktivismus und Humanität meinen, haben jedoch längst diejenigen Kräfte, die seit Jahren durch antisemitische Aktivitäten auffallen, die Wortführung übernommen. Man hört auf den Demonstrationen kaum legitime Kritik an der israelischen Politik. Stattdessen ziehen oft gewaltbereite Truppen durch die Straßen, die rassistische Parolen von sich geben, die man in Europa und ganz besonders in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für geächtet glaubte.
Wer da wie demonstriert
Die echten Friedensaktivisten werden in der Lautstärke gänzlich von Extremisten und Antisemiten absorbiert.
Es marschieren Neonazis Hand in Hand mit Mitgliedern radikaler sunnitischer Gruppierung und türkischen Rechtsradikalen, wie der vom Verfassungsschutz beobachteten Millî Görüş oder der sich zur Zeit insbesondere in Österreich aber auch Deutschland als geistiger Brandstifter Nr. 1 hervortuenden, und in ganz Europa operierenden, Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP, der UETD.
Es ist jene Organisation, die angestachelt von ihrer Regierung Anfang Juni eine rassistische Fahrt gegen die Genozid-Gedenkstätte der Armenischen Gemeinde im niederländischen Almelo unternahm, und bereits in der jüngeren Vergangenheit durch antisemitische Kundgebungen auffiel:
Kaffeefahrt zur Störung der Totenruhe
Antisemiten und Rechtsradikale auf Pro-Erdogan-Demo
Anti-Israel-Demo am Sonntag in Wien: [...]"Die Justiz beobachtet derzeit mit erhöhter Sensibilität auch antisemitische Aktivitäten, insbesondere in sozialen Netzwerken", so Justizminister Wolfgang Brandstetter am Donnerstag"
Liest man sich die Beiträge auf den Social-Media-Plattformen dieser Organisationen durch, so gewinnt man den Eindruck, dass diese Organisationen und ihre Anhänger und Sympathisanten nur auf Krieg gewartet haben, um eine Pseudorechtfertigung zu haben ihren Judenhass heraus zu posaunen, ebenso wie sie sonst unverhohlen und von weiten Teilen der deutschen Politik toleriert, ja teilweise sogar protegiert, ihre rassistischen Ressentiments gegen Aleviten, Êzidin, Armenier, Aramäer, Griechen, Alawiten und schiitische Muslime Preis geben.
Kritik liest und hört man kaum, stattdessen werden, angestachelt von den jüngsten Äußerungen des türkischen Präsidenten und seinen europäischen Tentakeln, inflationär Ausgüsse geistiger Impotenz wie "Scheiß Juden", "Alle Juden sind Hurensöhne" oder "Vergast die Juden" zum Besten gegeben. Gegen §130 StGB wird reihenweise verstoßen und schlecht gemachte Propagandavideos der, die eigene Bevölkerung als Schutzschilde missbrauchenden HAMAS, dienen einer fatalen weiteren Radikalisierung.
Treffender als Ali Yildiz von Christlich-Alevitischen Freundeskreis der CDU hätte kann man wohl die Intentionen und den ideologischen Hintergrund derjenigen, die die Wortführung bei den Demonstrationen übernommen haben, nicht charakterisieren. Er postete gestern auf seiner Facebookseite folgende Worte zu nachstehendem Bild:
„Als ISIS tausende Muslime und Christen abgeschlachtet hat, Moscheen und Kirchen zerstörte, wo seid ihr gewesen? Ist in Deutschland die ISIS Flagge noch erlaubt? Wer gemeinsame Sache mit Terroristen macht, sollte sich Fragen, ob sein Einsatz "für Kinder" richtig ist und auf welcher Informationsbasis gehandelt wird.
FG, Ali Yildiz“

Doppelmoral hat kurze Beine
Auch möchte ich ein weiteres treffendes Zitat anführen und verlinken:
„Die Doppelmoral sowie der aggressive und respektlose Umgangston des türkischen Präsidenten Erdoğan drohen nun endlich zu einem gefährlichen außenpolitischen Boomerang zu werden. Nachdem Erdoğan seit nunmehr vier Jahren immer wieder durch antisemitische Statements auffält, hat nun Israel sein Botschaftspersonal abgezogen. Eine durch jüngste Statements des Präsidenten aufgestachelte Menge hatte die diplomatische Vertretung angegriffen. Es war nicht das erste solche Ereignis in der jüngeren Geschichte Türkei. Nach dem Mavi-Marmara Zwischenfall von 2010 stürmte ein aufgebrachter Mob antijüdische Schmähgesänge gröhlend das Spielfeld während eines Auswärtspiels der israelischen Basketballnationalmannschaft in der Türkei, um sie anzugreifen. Das Spiel musste abgebrochen werden. Erdoğan wirft Israel Völkermord und Staatsterror vor, erkennt aber selbst den wissenschaftlich einwandfrei bewiesenen Völkermord des Osmanischen Reiches, Vorgängerstaat der heutigen Türkischen Republik, an den Armeniern, Aramäern / Assyrern, pontischen und ionischen Griechen sowie Kurden êzidischen Glaubens nicht an, und lässt zur Zeit kurdische Demonstrationen gegen die ISIS im Osten des Landes brutal niederknüppeln. Auch griff er in seiner Amtszeit immer wieder die israelische Siedlungspolitik auf oft polemische Art und Weise an. Am heutigen Samstag, den 19. Juli 2014, wurde beim IStGH Klage gegen die Türkei wegen ihrer Kriegsverbrechen, Völkerrechtsbrüche und der damit einhergehenden Siedlungsoplitik auf Zypern eingereicht.“
Klage gegen türkische Kriegsverbrechen in Zypern in Den Haag eingereicht
Der niedere, aber immer wieder wirkungsvolle rhetorische Trick von der „Umkehr des Sachverhalts“ ist es, der hier angewandt wird. Mit ihm lässt man eine gefährliche Rassenideologie, wie sie Europa seit knapp 60 Jahren in diesem Ausmaß nicht erlebt hat, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfsbereitschaft auferstehen.
Diesmal legt die politische Großwetterlage die nicht mehr zu überbietende und aufwieglerische Doppelmoral aber so schonungslos offen, wie nie zuvor.
Schlußwort
Den wenigen echten Friedenaktivisten auf den Demonstrationen sei schlussendlich noch gesagt. Gegen Krieg und Ungleichbehandlung der Palästinenser zu demonstrieren ist löblich und begrüßenswert. Dabei aber einen Schulterschluss mit Neonazis, Millî Görüş, UETD & Co. sowie deren Propagandawerkzeugen und völkischen Hasstiraden zu vollziehen, fügt der Sache irreparablen Schaden zu. Wer mit der ISIS sympathisiert, die Unterdrückung der Kurden, die Leugnung des durch das Osmanische Reich begangenen Völkermordes praktiziert, ihn sogar glorifiziert, Israel Kolonialismus vorwirft und ihn aber gleichzeitig auf Zypern verteidigt, kann nicht als Friedensaktivist wahrgenommen werden, sondern muss klar und deutlich als doppelmoralistischer Hetzer identifiziert sein.
Abseits der durch u.a. die erwähnten Organisationen kontrollierten Foren und Social Media Plattformen, zeigt das Netz nämlich auch, dass das Gros der politisch interessierten Bevölkerung Deutschlands hat aus der Geschichte gelernt hat, und dass die auf den Demonstrationen geäußerten Parolen zum Glück auf ganz viele Menschen eine abschreckende Wirkung haben.
Weiterführende Links zur Thematik
Die historische Dimension. Äußerst lesenswert!!! "Vom Zerfall des „Osmanischen Reiches“ bis zur Gründung Israels"
Neonazis und Islamisten gemeinsam gegen Israel
Warum Nazis mit Islamisten gegen Israel marschieren
Offener Brief von Charlotte Knobloch (Zentralrat der Juden) an Jürgen Todenhöfer
Eigene Notiz:
Todenhöfer wird in der deutschen Medienlandschaft immer wieder als Friedenfürst etikettiert und seine oft bärenstarken Gastbeiträge bei diversen Zeitungen legen dies auch nahe. Wer seine Facebookseite verfolgt, wird jedoch auf kurz oder lang eines Besseren belehrt. Dort macht er „den Westen“ für die die zum ersten Mal im 7. Jahrhundert von Statten gegangene konfessionelle Teilung des Islam verantwortlich und lässt reihenweise Kommentare zu, die o.g. Völker und Religionen beleidigen und verunglimpfen und schreckt nicht davor zurück das faschistische Basken mordende Franco-Regime im Spanien der 1970er zu verharmlosen.
Stellungnahme des BDAJ – So sieht differenzierte Kritik aus und nicht Rassenhass!
Während es einige daran beteiligte linksgerichtete Gruppierung vielleicht wirklich ernst mit Friedensaktivismus und Humanität meinen, haben jedoch längst diejenigen Kräfte, die seit Jahren durch antisemitische Aktivitäten auffallen, die Wortführung übernommen. Man hört auf den Demonstrationen kaum legitime Kritik an der israelischen Politik. Stattdessen ziehen oft gewaltbereite Truppen durch die Straßen, die rassistische Parolen von sich geben, die man in Europa und ganz besonders in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für geächtet glaubte.
Wer da wie demonstriert
Die echten Friedensaktivisten werden in der Lautstärke gänzlich von Extremisten und Antisemiten absorbiert.
Es marschieren Neonazis Hand in Hand mit Mitgliedern radikaler sunnitischer Gruppierung und türkischen Rechtsradikalen, wie der vom Verfassungsschutz beobachteten Millî Görüş oder der sich zur Zeit insbesondere in Österreich aber auch Deutschland als geistiger Brandstifter Nr. 1 hervortuenden, und in ganz Europa operierenden, Lobbyorganisation der türkischen Regierungspartei AKP, der UETD.
Es ist jene Organisation, die angestachelt von ihrer Regierung Anfang Juni eine rassistische Fahrt gegen die Genozid-Gedenkstätte der Armenischen Gemeinde im niederländischen Almelo unternahm, und bereits in der jüngeren Vergangenheit durch antisemitische Kundgebungen auffiel:
Kaffeefahrt zur Störung der Totenruhe
Antisemiten und Rechtsradikale auf Pro-Erdogan-Demo
Anti-Israel-Demo am Sonntag in Wien: [...]"Die Justiz beobachtet derzeit mit erhöhter Sensibilität auch antisemitische Aktivitäten, insbesondere in sozialen Netzwerken", so Justizminister Wolfgang Brandstetter am Donnerstag"
Liest man sich die Beiträge auf den Social-Media-Plattformen dieser Organisationen durch, so gewinnt man den Eindruck, dass diese Organisationen und ihre Anhänger und Sympathisanten nur auf Krieg gewartet haben, um eine Pseudorechtfertigung zu haben ihren Judenhass heraus zu posaunen, ebenso wie sie sonst unverhohlen und von weiten Teilen der deutschen Politik toleriert, ja teilweise sogar protegiert, ihre rassistischen Ressentiments gegen Aleviten, Êzidin, Armenier, Aramäer, Griechen, Alawiten und schiitische Muslime Preis geben.
Kritik liest und hört man kaum, stattdessen werden, angestachelt von den jüngsten Äußerungen des türkischen Präsidenten und seinen europäischen Tentakeln, inflationär Ausgüsse geistiger Impotenz wie "Scheiß Juden", "Alle Juden sind Hurensöhne" oder "Vergast die Juden" zum Besten gegeben. Gegen §130 StGB wird reihenweise verstoßen und schlecht gemachte Propagandavideos der, die eigene Bevölkerung als Schutzschilde missbrauchenden HAMAS, dienen einer fatalen weiteren Radikalisierung.
Treffender als Ali Yildiz von Christlich-Alevitischen Freundeskreis der CDU hätte kann man wohl die Intentionen und den ideologischen Hintergrund derjenigen, die die Wortführung bei den Demonstrationen übernommen haben, nicht charakterisieren. Er postete gestern auf seiner Facebookseite folgende Worte zu nachstehendem Bild:
„Als ISIS tausende Muslime und Christen abgeschlachtet hat, Moscheen und Kirchen zerstörte, wo seid ihr gewesen? Ist in Deutschland die ISIS Flagge noch erlaubt? Wer gemeinsame Sache mit Terroristen macht, sollte sich Fragen, ob sein Einsatz "für Kinder" richtig ist und auf welcher Informationsbasis gehandelt wird.
FG, Ali Yildiz“

Doppelmoral hat kurze Beine
Auch möchte ich ein weiteres treffendes Zitat anführen und verlinken:
„Die Doppelmoral sowie der aggressive und respektlose Umgangston des türkischen Präsidenten Erdoğan drohen nun endlich zu einem gefährlichen außenpolitischen Boomerang zu werden. Nachdem Erdoğan seit nunmehr vier Jahren immer wieder durch antisemitische Statements auffält, hat nun Israel sein Botschaftspersonal abgezogen. Eine durch jüngste Statements des Präsidenten aufgestachelte Menge hatte die diplomatische Vertretung angegriffen. Es war nicht das erste solche Ereignis in der jüngeren Geschichte Türkei. Nach dem Mavi-Marmara Zwischenfall von 2010 stürmte ein aufgebrachter Mob antijüdische Schmähgesänge gröhlend das Spielfeld während eines Auswärtspiels der israelischen Basketballnationalmannschaft in der Türkei, um sie anzugreifen. Das Spiel musste abgebrochen werden. Erdoğan wirft Israel Völkermord und Staatsterror vor, erkennt aber selbst den wissenschaftlich einwandfrei bewiesenen Völkermord des Osmanischen Reiches, Vorgängerstaat der heutigen Türkischen Republik, an den Armeniern, Aramäern / Assyrern, pontischen und ionischen Griechen sowie Kurden êzidischen Glaubens nicht an, und lässt zur Zeit kurdische Demonstrationen gegen die ISIS im Osten des Landes brutal niederknüppeln. Auch griff er in seiner Amtszeit immer wieder die israelische Siedlungspolitik auf oft polemische Art und Weise an. Am heutigen Samstag, den 19. Juli 2014, wurde beim IStGH Klage gegen die Türkei wegen ihrer Kriegsverbrechen, Völkerrechtsbrüche und der damit einhergehenden Siedlungsoplitik auf Zypern eingereicht.“
Klage gegen türkische Kriegsverbrechen in Zypern in Den Haag eingereicht
Der niedere, aber immer wieder wirkungsvolle rhetorische Trick von der „Umkehr des Sachverhalts“ ist es, der hier angewandt wird. Mit ihm lässt man eine gefährliche Rassenideologie, wie sie Europa seit knapp 60 Jahren in diesem Ausmaß nicht erlebt hat, unter dem Deckmantel humanitärer Hilfsbereitschaft auferstehen.
Diesmal legt die politische Großwetterlage die nicht mehr zu überbietende und aufwieglerische Doppelmoral aber so schonungslos offen, wie nie zuvor.
Schlußwort
Den wenigen echten Friedenaktivisten auf den Demonstrationen sei schlussendlich noch gesagt. Gegen Krieg und Ungleichbehandlung der Palästinenser zu demonstrieren ist löblich und begrüßenswert. Dabei aber einen Schulterschluss mit Neonazis, Millî Görüş, UETD & Co. sowie deren Propagandawerkzeugen und völkischen Hasstiraden zu vollziehen, fügt der Sache irreparablen Schaden zu. Wer mit der ISIS sympathisiert, die Unterdrückung der Kurden, die Leugnung des durch das Osmanische Reich begangenen Völkermordes praktiziert, ihn sogar glorifiziert, Israel Kolonialismus vorwirft und ihn aber gleichzeitig auf Zypern verteidigt, kann nicht als Friedensaktivist wahrgenommen werden, sondern muss klar und deutlich als doppelmoralistischer Hetzer identifiziert sein.
Abseits der durch u.a. die erwähnten Organisationen kontrollierten Foren und Social Media Plattformen, zeigt das Netz nämlich auch, dass das Gros der politisch interessierten Bevölkerung Deutschlands hat aus der Geschichte gelernt hat, und dass die auf den Demonstrationen geäußerten Parolen zum Glück auf ganz viele Menschen eine abschreckende Wirkung haben.
Weiterführende Links zur Thematik
Die historische Dimension. Äußerst lesenswert!!! "Vom Zerfall des „Osmanischen Reiches“ bis zur Gründung Israels"
Neonazis und Islamisten gemeinsam gegen Israel
Warum Nazis mit Islamisten gegen Israel marschieren
Offener Brief von Charlotte Knobloch (Zentralrat der Juden) an Jürgen Todenhöfer
Eigene Notiz:
Todenhöfer wird in der deutschen Medienlandschaft immer wieder als Friedenfürst etikettiert und seine oft bärenstarken Gastbeiträge bei diversen Zeitungen legen dies auch nahe. Wer seine Facebookseite verfolgt, wird jedoch auf kurz oder lang eines Besseren belehrt. Dort macht er „den Westen“ für die die zum ersten Mal im 7. Jahrhundert von Statten gegangene konfessionelle Teilung des Islam verantwortlich und lässt reihenweise Kommentare zu, die o.g. Völker und Religionen beleidigen und verunglimpfen und schreckt nicht davor zurück das faschistische Basken mordende Franco-Regime im Spanien der 1970er zu verharmlosen.
Stellungnahme des BDAJ – So sieht differenzierte Kritik aus und nicht Rassenhass!
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Montag, 21. Oktober 2013
Rassismus und historische Unwahrheiten im Tatort (Münster) „Die chinesische Prinzessin“
Man musste schon zweimal hinhören und doch fragte man sich immer wieder: “Hat er das jetzt wirklich gesagt?“
Die Antwort lautete leider immer wieder „ja“.
Rassistische Sprüche wie „Ich mach dich zur Frühlingsrolle“ im Verhör gegenüber einem chinesischen Diplomaten oder plumpe diskriminierende Klischees wie „Können Sie bei der Gegenüberstellung überhaupt die ganzen chinesischen Gesichter auseinanderhaltenß", zogen sich wie ein grotesk anmutendes Leitmotiv durch den Tatort Münster, den die ARD am 21.10.2013 ausstrahlte.
Hinzu kommt, dass dem Zuschauer nicht ein einziger halbwegs repräsentativer chinesischer Mitbürger gezeigt wird, der in Deutschland beispielsweise als Historiker, Handwerker, Restaurantbesitzer, Dolmetscher, Student oder Geschäftsmann tätig ist und lebt.
Stattdessen werden plumpe Klischees von der chinesischen Mafia, den Triaden, zwielichtigen Diplomaten und einem omnipräsenten und skrupellos agierenden Geheimdienst bedient, deren Existenz einziger Zweck es ist sich gegenseitig zu bekämpfen und umzubringen.
Grotesk und geradezu dümmlich mutet es an, wie der in anderen Tatortepisoden sonst als typischer Antiheld eigentlich immer sympathisch-authentische Kommissar den diplomatischen Vertreter eines Staates, in dem Kampfsport Schulfach ist, mit einem „Bauchplattscher“ überwältigt.
Alle o.g. Tatsachen sind jedoch vergleichsweise Kleinigkeiten, über die wahrscheinlich das Gros der Chinesen im in In- und Ausland, in seiner kulturellen und sprachlichen Heterogenität, teilweise lächelnd, teilweise kopfschüttelnd, hinweg sehen würde.
Besonders schlimm und hier muss man schon eine geradezu propagandistische Intention unterstellen, ist die Geschichte um den ominösen USB-Stick, der Beweise enthalten soll, dass die chinesische Regierung uigurische „Terrorgruppen“ nach den Anschlägen des 11. September 2001 als Repressionsinstrument erfunden habe, und diese gar nicht existieren würden.
Man kann sich streiten, ob der Begriff Terrorgruppen nun angebracht ist, oder ob man es vorzieht die Terminologie Freiheits- bzw. Widerstandskämpfer zu verwenden.
Im Umkehrschluss müsste man dann aber bei diesem Thema ebenso die Klassifizierung von ETA, PKK oder IRA als Terrorgruppen vor dem Hintergrund der in allen Fällen erlittenen staatlichen Repressionen in Frage stellen.
China einen Vorwurf daraus zu machen den sog. „Kampf gegen den Terrorismus“ als Repressionsinstrument gegen Minderheiten zu missbrauchen, ist richtig, den die Unterdrückung der Uiguren, Christen und Tibeter findet in ungebührlichem Maße statt. Auf der anderen Seite aber hat die chinesische Regierung hier nichts weiter getan als eine Taktik bzw. Argumentation des sogenannten Westens kopiert, wo diese schon viel länger verfolgt wird.
China verhält sich hier nicht anders als auch die USA im Hinblick auf z.B. Guantanamo oder auch die EU im Hinblick auf ihre Terrorliste.
Fakt ist des Weiteren, dass uigurische Milizverbände bereits seit den 1950ern mit Unterstützung bzw. sogar auf Initiative der NATO ausgebildet werden.
Im Zuge der diplomatischen Krise unterstützte auch zeitweise die Sowjetunion in den 1960ern und 1970ern solche Gruppierungen und Verbände.
Ihre Ausbildungsstätten befinden sich heute in der Türkei, Pakistan und Afghanistan.
Dazu sei der am 17.05.2009 in der Neuen Rheinischen Zeitung erschienene Artikel „Unsere Medien und die Uiguren“ von Wolfgang Effenberger, empfohlen:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14015
„Unsere Medien und die Uiguren“ von Wolfgang Effenberger
Dass uigurischer Freiheitskampf / Terrorismus / Widerstand, man kann sich hier den Begriff je nach Präferenz im Grunde genommen aussuchen, da jeder von ihnen aus dem ein oder anderen Blickwinkel betrachtet zutrifft, wie im Tatort durch den Handlungsstrang mit dem USB-Stick, unterstellt eine Erfindung der chinesischen Regierung sei, ist jedoch blanker propagandistischer Unsinn, der an Zustände medialer Darstellung von „Reichen des Bösen“ aus dem Kalten Krieg erinnert.
Dem historisch und politisch weniger interessierten Zuschauer auf diese Art und Weise Sand in die Augen zu streuen, gibt dem Tatort eine politische Dimension, die man gemeinhin nur als historisch unhaltbare Propaganda und offenbar grob fahrlässige Desinformation der Zuschauerschaft, ja sogar als Beitrag zur Volksverdummung, bezeichnen kann.
Glänzt der Tatort Münster ansonsten durch sympathische Charaktere, markige Sprüche, einer guten Prise Selbstironie und Handlungen, die in einem regionalen Kontext erscheinen, so ist in der am Sonntag, den 20.10.2013 ausgestrahlten Episode der Versuch sich historisch und politisch hochkomplexen Sachverhalten anzunähern sang- und klanglos gescheitert und zu einer plumpen Rassismusfarce verkommen.
Letztendlich bleibt eigentlich nur der Dank an die chinesischen Mitbürger Deutschlands, dass sie dieses rassistische mit historischer Falsifikation gezündete Feuerwerk derart gelassen nehmen.
Eine solche Darstellung des Herkunftslandes manch anderer Minderheit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen würde aus nachvollziehbaren und verständlichen Gründen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu massiven Protesten der Zentralräte oder anderer Organisationen führen.
Die Antwort lautete leider immer wieder „ja“.
Rassistische Sprüche wie „Ich mach dich zur Frühlingsrolle“ im Verhör gegenüber einem chinesischen Diplomaten oder plumpe diskriminierende Klischees wie „Können Sie bei der Gegenüberstellung überhaupt die ganzen chinesischen Gesichter auseinanderhaltenß", zogen sich wie ein grotesk anmutendes Leitmotiv durch den Tatort Münster, den die ARD am 21.10.2013 ausstrahlte.
Hinzu kommt, dass dem Zuschauer nicht ein einziger halbwegs repräsentativer chinesischer Mitbürger gezeigt wird, der in Deutschland beispielsweise als Historiker, Handwerker, Restaurantbesitzer, Dolmetscher, Student oder Geschäftsmann tätig ist und lebt.
Stattdessen werden plumpe Klischees von der chinesischen Mafia, den Triaden, zwielichtigen Diplomaten und einem omnipräsenten und skrupellos agierenden Geheimdienst bedient, deren Existenz einziger Zweck es ist sich gegenseitig zu bekämpfen und umzubringen.
Grotesk und geradezu dümmlich mutet es an, wie der in anderen Tatortepisoden sonst als typischer Antiheld eigentlich immer sympathisch-authentische Kommissar den diplomatischen Vertreter eines Staates, in dem Kampfsport Schulfach ist, mit einem „Bauchplattscher“ überwältigt.
Alle o.g. Tatsachen sind jedoch vergleichsweise Kleinigkeiten, über die wahrscheinlich das Gros der Chinesen im in In- und Ausland, in seiner kulturellen und sprachlichen Heterogenität, teilweise lächelnd, teilweise kopfschüttelnd, hinweg sehen würde.
Besonders schlimm und hier muss man schon eine geradezu propagandistische Intention unterstellen, ist die Geschichte um den ominösen USB-Stick, der Beweise enthalten soll, dass die chinesische Regierung uigurische „Terrorgruppen“ nach den Anschlägen des 11. September 2001 als Repressionsinstrument erfunden habe, und diese gar nicht existieren würden.
Man kann sich streiten, ob der Begriff Terrorgruppen nun angebracht ist, oder ob man es vorzieht die Terminologie Freiheits- bzw. Widerstandskämpfer zu verwenden.
Im Umkehrschluss müsste man dann aber bei diesem Thema ebenso die Klassifizierung von ETA, PKK oder IRA als Terrorgruppen vor dem Hintergrund der in allen Fällen erlittenen staatlichen Repressionen in Frage stellen.
China einen Vorwurf daraus zu machen den sog. „Kampf gegen den Terrorismus“ als Repressionsinstrument gegen Minderheiten zu missbrauchen, ist richtig, den die Unterdrückung der Uiguren, Christen und Tibeter findet in ungebührlichem Maße statt. Auf der anderen Seite aber hat die chinesische Regierung hier nichts weiter getan als eine Taktik bzw. Argumentation des sogenannten Westens kopiert, wo diese schon viel länger verfolgt wird.
China verhält sich hier nicht anders als auch die USA im Hinblick auf z.B. Guantanamo oder auch die EU im Hinblick auf ihre Terrorliste.
Fakt ist des Weiteren, dass uigurische Milizverbände bereits seit den 1950ern mit Unterstützung bzw. sogar auf Initiative der NATO ausgebildet werden.
Im Zuge der diplomatischen Krise unterstützte auch zeitweise die Sowjetunion in den 1960ern und 1970ern solche Gruppierungen und Verbände.
Ihre Ausbildungsstätten befinden sich heute in der Türkei, Pakistan und Afghanistan.
Dazu sei der am 17.05.2009 in der Neuen Rheinischen Zeitung erschienene Artikel „Unsere Medien und die Uiguren“ von Wolfgang Effenberger, empfohlen:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14015
„Unsere Medien und die Uiguren“ von Wolfgang Effenberger
Dass uigurischer Freiheitskampf / Terrorismus / Widerstand, man kann sich hier den Begriff je nach Präferenz im Grunde genommen aussuchen, da jeder von ihnen aus dem ein oder anderen Blickwinkel betrachtet zutrifft, wie im Tatort durch den Handlungsstrang mit dem USB-Stick, unterstellt eine Erfindung der chinesischen Regierung sei, ist jedoch blanker propagandistischer Unsinn, der an Zustände medialer Darstellung von „Reichen des Bösen“ aus dem Kalten Krieg erinnert.
Dem historisch und politisch weniger interessierten Zuschauer auf diese Art und Weise Sand in die Augen zu streuen, gibt dem Tatort eine politische Dimension, die man gemeinhin nur als historisch unhaltbare Propaganda und offenbar grob fahrlässige Desinformation der Zuschauerschaft, ja sogar als Beitrag zur Volksverdummung, bezeichnen kann.
Glänzt der Tatort Münster ansonsten durch sympathische Charaktere, markige Sprüche, einer guten Prise Selbstironie und Handlungen, die in einem regionalen Kontext erscheinen, so ist in der am Sonntag, den 20.10.2013 ausgestrahlten Episode der Versuch sich historisch und politisch hochkomplexen Sachverhalten anzunähern sang- und klanglos gescheitert und zu einer plumpen Rassismusfarce verkommen.
Letztendlich bleibt eigentlich nur der Dank an die chinesischen Mitbürger Deutschlands, dass sie dieses rassistische mit historischer Falsifikation gezündete Feuerwerk derart gelassen nehmen.
Eine solche Darstellung des Herkunftslandes manch anderer Minderheit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen würde aus nachvollziehbaren und verständlichen Gründen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu massiven Protesten der Zentralräte oder anderer Organisationen führen.
Freitag, 29. März 2013
Steinbrück hat Recht - Das unverhältnismäßige Russlandbashing muss aufhören!
Danke Peer Steinbrück - Ihr Aufruf zur Mäßigung der unverhältnismäßigen und undifferenzierten Russlandberichterstattung ist einer der besten und mutigsten Schritte eines deutschen Spitzenpolitikers seit der Weigerung zur Partizipation am Irakkrieg!
Ausführliche Hintergrundinfos dazu kann man in meinem vorherigen Blogeintrag sowie dem Eintrag von Ende 2012 über indirekte Zensur in unseren Televisionsmedien nachlesen. Die Kritik an Russland und die undifferenzierte mediale Ausschlachtung jedes leisen Husters von Putin zum Orkan, stehen in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Sachverhalten und Hintergründen seiner Politik.
Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Form der Russlandberichterstattung zu einem mittlerweile immer bedenklicheren, weil als geradezu schick geltenden, antislawischen Rassismus innerhalb deutscher Oberschichten führt. Die mediale Stilisierung Russlands zum Reich des Bösen hat etwas von Rocky oder Rambo Filmen. Sie ist unterhaltsam, aber vollkommen an der Wirklichkeit vorbei.
Zu welchen antislawisch-rassistischen Auswüchsen dies führt und wie unverhältnismäßig die Berichterstattung stattindet, darf gerne in der zweiten Hälfte meines Blogeintrags "Unglaubliche Dämlichkeiten beim Thailänder, die Heilkräfte russischer Babkas und Aleviten im Salat oder Ganz alltägliche Begegnungen mit den Bildungslücken und Vorurteilen des deutschen Bildungsbürgertums" nachgelesen werden.
Steinbrück hat vollkommen Recht, wenn er den mutigen Schritt wagt zur Mäßigung aufzurufen!
Ausführliche Hintergrundinfos dazu kann man in meinem vorherigen Blogeintrag sowie dem Eintrag von Ende 2012 über indirekte Zensur in unseren Televisionsmedien nachlesen. Die Kritik an Russland und die undifferenzierte mediale Ausschlachtung jedes leisen Husters von Putin zum Orkan, stehen in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Sachverhalten und Hintergründen seiner Politik.
Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Form der Russlandberichterstattung zu einem mittlerweile immer bedenklicheren, weil als geradezu schick geltenden, antislawischen Rassismus innerhalb deutscher Oberschichten führt. Die mediale Stilisierung Russlands zum Reich des Bösen hat etwas von Rocky oder Rambo Filmen. Sie ist unterhaltsam, aber vollkommen an der Wirklichkeit vorbei.
Zu welchen antislawisch-rassistischen Auswüchsen dies führt und wie unverhältnismäßig die Berichterstattung stattindet, darf gerne in der zweiten Hälfte meines Blogeintrags "Unglaubliche Dämlichkeiten beim Thailänder, die Heilkräfte russischer Babkas und Aleviten im Salat oder Ganz alltägliche Begegnungen mit den Bildungslücken und Vorurteilen des deutschen Bildungsbürgertums" nachgelesen werden.
Steinbrück hat vollkommen Recht, wenn er den mutigen Schritt wagt zur Mäßigung aufzurufen!
Mittwoch, 27. März 2013
Unglaubliche Dämlichkeiten beim Thailänder, die Heilkräfte russischer Babkas und Aleviten im Salat oder Ganz alltägliche Begegnungen mit den Bildungslücken und Vorurteilen des deutschen Bildungsbürgertums
Es ist Samstagabend in einer beschaulichen mittelhessischen Kleinstadt mit Bischofssitz. Dass der alte Bischof um Längen besser war als der Neue ist hier zurecht allgemeiner Konsens und spricht sehr für die Domstadt. Ich möchte mir also einen ruhigen und gemütlichen Abend beim Thailänder machen und freue mich auf den im Anschluss geplanten Kinobesuch. Der erste Wehrmutstropfen: Die Heizung ist kaputt, draußen sind es -8°C. Ich muss mich also umsetzen, um die wenige aber dafür gebündelte Wärme des provisorisch aufgestellten Heizlüfters zu nutzen, damit ich mich nicht erkälte. Am Tisch neben sitzen zwei Paare.
Eines der beiden Anfang 50, das andere deutlich jünger, so Anfang 20 und offenkundig, das wird aus den Tischgesprächen deutlich, zwei Lehramtsstudenten. Die Gruppe ist zu viert dort. Bis sie das Restaurant verlassen, kann ich nicht zuordnen, ob das ältere Paar seine Eltern sind oder ihre. Sie führen eine Unterhaltung in einer, gelinde gesagt, für die Nachbartische störenden Lautstärke. Keiner, auch ich nicht, beschwert sich; „Leben und leben lassen“ heißt es ja schließlich. Stattdessen lausche ich, was sie so zu sagen haben.
Die USA werden für ihre Irakpolitik harsch angegangen. – Eine Ansicht, die ich noch irgendwo teilen kann, bevor mir nach und nach übel wird. Man unterhält sich über das russische Gesetz, welches die Adoption von russischen Waisenkindern durch Familien in den verbietet USA. Wortführerin ist unangefochten der weibliche Part des älteren Pärchens.
- „Die Russen haben keine Probleme damit ihre Kinder wegzugeben. Die Russen sind ein sehr menschenverachtendes Volk“, poltert die Dame.
– Ca. 200 Millionen Russen – die Bevölkerung Russlands ist etwas geringer, zählt man aber jene mit, die in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken leben, kommt man ungefähr auf diese Zahl - , alle menschenverachtend? So ein Unsinn! Wenn dem so wäre dürfte es ja gar keine russischen Menschen mehr geben. Zweifelsohne auch ein Produkt der undifferenzierten und durchweg negativen Russlandberichterstattung in den Nachrichtensendungen der deutschen Mainstreammedien. Meiner Erfahrung nach, und das dürfte jeder, der mit Vertretern dieses Kulturkreises zu tun hat oder einmal Russland bereist hat, bestätigen können, lieben viele Russen ihre Familien weit über das Verständnis der westlichen Industrienationen von Liebe und Loyalität, hinaus und viele Europäer könnten sich gerade in punkto emotionale Wärme hier ein Beispiel an ihnen nehmen.
Einige etwas leichtere Gesprächsthemen weiter und ca. 15 Minuten später fängt die bereits erwähnte Dame, eine Bankangestellte in leitender Position, an, über ihren Chef herzuziehen. Nun ja, bis dahin nichts Ungewöhnliches – Welche/r Angestellte tut dies nicht. Bemerkenswert bis ekelerregend ist vielmehr die Art und Weise, in der sie es tut.
- „Mein Chef, den sie mir da jetzt vorgesetzt haben, der ist Holländer. Ey, der hat neulich einen Brief geschrieben, der an ne andere Filiale gehn sollte. Den hab ich nur durch Zufall auf meinem Schreibtisch gehabt. Ich hab in jedem Satz 20 Fehler korrigiert und dann hat der das in einem Tuckendeutsch geschrieben. Ne! Das konnt man net abschigge. Wenn die Käsköpp schon hier arbeidde, dann sollen sie wenigstens deutsch können.“
Ich denke bei mir: Dass das Beherrschen der deutschen Sprache meist eine notwendige Voraussetzung zur Partizipation am Erwerbsleben hierzulande ist, steht natürlich außer Frage. Aus den Worten der Dame spricht jedoch der blanke Neid, den sie in einer Form latenten Rassismus gegen Niederländer äußert, wie man sie bei den Generationen 45+ leider noch sehr häufig vorfindet. Eine gewisse Verbitterung über die wahrscheinlich höhere Gehaltsklasse ihres Chefs ist ebenso evident. Auch ich habe geschäftlich nicht selten mit Kunden in den Niederlanden zu tun und bin immer wieder beeindruckt, wie weit verbreitet dort die deutsche Sprache, trotz der nationalsozialistischen Greueltaten am holländischen Volk, heute dort ist, wie offen und ressentimentlos man mir dort begegnet und vor allem wie grammatikalisch oft makellos die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift erfolgt – von spitzenmäßigen Englisch der Mehrheit der Holländer mal ganz zu schweigen!
Man muss also davon ausgehen, dass die Dame von Neid, Frust und Rassismus getrieben, hier eine verzerrte Wahrnehmung bzgl. der Fähigkeiten ihres Vorgesetzten im Hinblick auf seine Fähigkeiten in der deutschen Sprache, hat und davon sogar derart überzeugt ist, dass sie sich nicht schämt, damit ein ganzes Restaurant zu unterhalten. Ob andere Gäste dies hören wollen oder nicht scheint ihr egal zu sein. So merkt sie nicht einmal, wie ein junger Mann, der in weiblicher Begleitung am Tisch schräg gegenüber von sitzt, sich im Moment o.g. Äußerung zu ihr umdreht, mit den Augen rollt und kopfschüttelnd ein Gespräch mit seiner Begleitung beginnt. Ein Statement, wie es um ihre Kenntnisse der niederländisch-flämischen Sprache steht, bleibt die Bankangestellte natürlich schuldig. Natürlich habe ich mir nichts anmerken lassen, der Appetit am ansonsten überaus leckeren Essen, war mir allerdings vergangen.
Freundlich, höflich und zuvorkommend verabschiedete sich die Dame bei mir, als die vier das Restaurant verließen. Ich entgegnete ebenso mit meinem breitesten Lächeln, ließ es mir aber nicht nehmen durch das Wünschen einer „Spakoinoi nochy“ noch eine kleine aber feine Spitze zu verteilen. Ich weiß es nicht, aber meine an ihrer Mimik erkannt zu haben, dass sie genau verstanden hat, worauf ich durch die Verwendung der russischen Sprache anspielte.
Nun, solch verwirrte Menschen gibt es wohl überall. Für hoch problematisch sehe ich aber im Wesentlichen zwei Aspekte an:
1.) Keiner der 3 Tischgenossen widersprach ihr in irgendeinem Punkt oder relativierte auch nur ihr Parolen und Hasstiraden. Sie scheint also eindeutig als Meinungsbildnerin und Macherin in dieser Familie zu agieren und genießt diesbezüglich eine fatale Autorität, die ihre mehr als bedenklichen Ansichten wuchern lässt.
2.) Die Dame und ihre 3 Begleiter waren keinesfalls irgendwelche dahergelaufenen Bomberjacken tragenden Hobbyglatzen. Ganz im Gegenteil, sie wiesen alles ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild auf, bedienten sich nicht selten gehobener Wortwahl und wiesen bei anderen Gesprächsthemen eine profunde Kenntnis des deutschen Bildungswesens sowie in punkto Kunsthistorie auf. Solche Ansichten bei derart gebildeten Menschen? Dabei soll doch Bildung eigentlich das Allheilmittel gegen rechtes und rassistisches Gedankengut sein. Aber würde diese Dame überhaupt merken, dass sie derartiges Gedankengut verbreitet?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Warum? Weil Bildung in diesem Kontext wertlos ist, wenn sie keine Aufklärung beinhaltet. Rechtsradikalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit werden seit einigen Jahren in den deutschen Medien und parteiübergreifend von hochrangingen Politikern komplett und ausschließlich auf Islamphobie und Hass gegen türkischstämmige Migranten beschränkt. Diese beiden Aspekte sind zweifelsohne auch große Problem in der deutschen Gesellschaft, das komplette Phänomen aber darauf zu beschränken, ist aber einfach dumm und gefährlich.
Das Produkt einer solchen Meinungsmache sind Ansichten, wie sie bei der o.g. Dame vorherrschen. Über die Formen von Rassismus, die sie äußert, regt sich skandalöserweise auch niemand wirklich auf. Holländer durch den Kakao zu ziehen ist doch in Deutschland total lustig und bei nahezu jeder Gelegenheit gesellschaftsfähig – schließlich haben die Bösen Rudi Völler angespuckt…Wer nicht rafft, dass der letzte Satz ironisch gemeint war: EINFACH DIE FRESSE HALTEN!
Nach den Erfahrungen dieses Abends muss folgende unbequeme Frage einmal gestellt werden:
Wenn Mohammed Karikaturen einen riesen Medienrummel erzeugen und tagelang in allen Nachrichtensendungen sowie Bestandteil diverser Polittalks sind, warum wird eigentlich so rein gar nicht über den insbesondere vor 1965 geborenen Deutschen vorhanden Hass gegen Mitmenschen aus den Niederlanden ? – Man mag mir vorwerfen, der Vergleich hinke. Dem ist aber mit Nichten so, In punkto Verhältnismäßigkeit liegt bei der hiesigen Berichterstattung einiges im Argen. Und dass die meisten Holländer die dämlichen deutschen Ressentiments mit Humor nehmen, spricht auf ein Neues für die Holländer, nimmt aber zweifelsohne rassistischen Äußerungen wie jenen besagter Bankangestellter nicht die Brisanz.
Um hier Kritik vorzubeugen: Berichte, die zu einer kontroversen Debatte über die Verletzung religiöser Gefühle, egal welcher Glaubensrichtung oder Konfession, führen, müssen natürlich Bestandteil unserer Medienlandschaft bleiben.
ABER: Das Thema Rassismus ist zu komplex, um darauf beschränkt zu werden. Schon in einem früheren Thread habe ich vor dem was jetzt kommt unter einer Fokussierung auf andere Sachverhalte gewarnt.
Welche katastrophalen Auswirkungen die negative Russlandberichterstattung von ARD-Tagesschau, ZDF-heute und RTL Aktuell hat, beweist nicht nur die Dame aus dem Restaurant. Auch war ich über Jahre extrem über die Äußerungen einer guten Bekannten, die ich privat sehr schätze, die aber keine Gelegenheit ausließ, sich abfällig über Russen und andere Vertreter slawischer Völker zu äußern, teilweise schockiert und teilweise sogar regelrecht erbost.
Auch da fielen Äußerungen wie „Die sind alle ekelhaft“, „Menschenverachtendes, brutales Volk“…und der ganze klischeehafte rassistische Nonsens über „die Russen“ und Russland, der es leider heute geschafft hat nicht nur gesellschaftsfähig zu sein sondern sogar in weiten Kreisen des deutschen Bildungsbürgertums als schick zu gelten. Meine Bekannte verfügt übrigens über ein abgeschlossenes Studium und arbeitet in leitender Funktion im technischen Bereich bei der deutschen Filiale eines amerikanischen Weltunternehmens. Hier allerdings freue ich mich sehr, dass sie diese Ansichten inzwischen nicht mehr vertritt. Der Grund dafür ist eine recht schwere, aber niemals lebensbedrohliche Krankheit bei ihr. Sie fuhr über zwei Jahre lang von einem Arzt zum anderen. Aber die Schulmedizin konnte keine Abhilfe, ja nicht einmal eine definitiv verlässliche Diagnose stellen. Durch eine Arbeitskollegin wurde ihr eine russische Babka empfohlen (eine Art traditionelle russische Naturheilkundlerin). Sie behandelt sie bis heute im Behandlungsraum ihrer Wohnung und hat das geschafft, was 4 regional im Rhein-Main-Gebiet sehr angesehene Schulmediziner nicht vermochten. Die körperlich vorher klar sichtbaren Symptome sind bereits vollständig weg. Auch ihre vorher ausschließlich durch die Medien geprägte Sichtweise auf Väterchen Russland und seine Kinder hat sich zum Glück nun um 180° gedreht.
Doch solche Erfahrungen sind leider lange nicht jedem vergönnt und wer nicht die Gelegenheit hat sie zu machen sowie auch jeder andere, lese bitte Folgendes, um nicht alles zu glauben, was die Massenmedien versuchen uns zu suggerieren. Ich möchte mich nun der himmelweit unterschiedlichen medialen Aufmerksamkeit bzgl. zweier Ereignisse widmen, wie sie artverwandter kaum sein könnten: Im Gegensatz zur in einem früheren Thread beschriebenen Ausschlachtung des Pussy-Riot-Prozesses und der damit verbundenen Stilisierung von Grobem Unfug zu revolutionärem Freiheitskampf, muss sich die russische Legislative sicherlich ein gewisses Maß an Kritik für sein Gesetz gefallen lassen, welches die Adoption russischer Waisen durch US-Bürger untersagt. Dieses Thema lief über eine ganze Woche durch alle Nachrichten -, Politik-, und Gesellschaftssendungen auf RTL, ZDF und ARD. Dafür dass dieses Gesetz für Deutschland keinerlei Bedeutung hat, sondern allenfalls für den an den Kalter-Krieg-Reloaded-ähnlichen Beziehungen ganz und gar nicht unschuldigen großen Bruder aus den USA, ist das verdammt viel Sendezeit.
Ganz zu schweigen davon, dass natürlich nur Russland kritisiert wurde und die USA nahezu vollkommen kritiklos davon kamen, was der Sache nicht gerecht wird. Schon das türkische Pendant zum Pussy-Riot-Prozess, die lächerliche Anklage gegen den Pianisten Fazil Say, fand hierzulande nur in den Printmedien ein wenig Beachtung.
Nun aber geht es um ein Thema, das äquivalenter zum russischen Adoptionsgesetz nicht sein könnte. So hat es sich die türkische Regierung auf die Fahnen geschrieben, einer türkischen Mutter dabei zu helfen, ihren bei einem lesbischen Paar in den Niederlanden lebenden Sohn, den sie zur Adoption frei gegeben hat, zurückzuholen.
Die Welt berichtete am 18.03.2013 wie folgt:
- „Die Regierung in Ankara setzt sich vehement für eine Rückkehr des Jungen zu seiner leiblichen Mutter ein. Eine türkische Parlamentskommission für die Menschenrechte will ermittelt haben, dass etwa 5000 Kinder türkischer Herkunft europaweit in "fragwürdigen" Familienverhältnissen lebten. Damit sind christliche und schwule Adoptiveltern gemeint. Am Donnerstag besucht der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte, Chef einer konservativ-sozialen Koalition, und dabei dürfte Yunus Thema werden. Yunus wurde 2004 kurz nach seiner Geburt mit Kopfverletzungen und einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Mutter behauptete, er sei gefallen. Das Haager Jugendamt glaubte ihr nicht. Auch die älteren Geschwister von Yunus, Arif und Halil, wurden von den Behörden wegen Misshandlung und erzieherischer Mängel ihrer Eltern für die Adoption durch andere lesbische Paare freigegeben. Die Mutter entführte Arif und Halil daraufhin und brachte sie zu den Großeltern in der Türkei. Ein niederländischer Richter verurteilte die türkischen Eltern deshalb zu einer Haftstrafe und sorgte dafür, dass die Kinder an die Nordsee zurückkehrten, wo sie jetzt noch immer leben.“ http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article114525880/Erdogan-Keine-muslimischen-Kinder-fuer-lesbische-Paare.html
Man muss sich das mal überlegen. Es handelt sich hier nicht um ein unbedeutendes Schamützel zwischen zwei übrig gebliebenen Alten Kriegern! Die Regierung in Ankara gibt sich offen rassistisch gegen die mehrheitlich christlichen Adoptiveltern Europas, unverhohlen homophob gegen homosexuelle Paare, die die Größe und Güte besitzen Waisenkindern oder Kinder deren Eltern sie, aus welchen Gründen auch immer abgeben mussten, ein neues Zuhause zu geben. Heute vermeldeten die „Deutsch-Türkischen-Nachrichten“, dass die Regierung Erdogan sogar den Europäischen Menschrechtsgerichthof mit einer Klage, in der sie ein Recht auf türkischstämmig-muslimische Adoptiveltern für Adoptivkinder aus der Türkei fordert, belästigen wird. Das könnte auch hunderte, wenn nicht sogar tausende Adoptiveltern in Deutschland betreffen.
Wer jedoch meint, dieser neuerliche Akt des Rassismus, der Homophobie und Menschenverachtung der Regierung Ankara, der nicht zuletzt durch den Gang nach Den Haag einen Teil unser aller Steuergroschen fressen wird, sei dem deutschen TV eine Meldung wert, ist auf dem Holzweg. Zu groß scheint a) der Einfluß türkischer Lobbys und b) die Angst vor tobenden türkischen Verbänden, die bei jedem Anflug von leisester Kritik die Nazikeule schwingen, fällt diese Meldung doch mit dem Start des Prozess gegen Beate Tschäpe zusammen und ist es doch viel politisch korrekter, 24/7 das OLG München für seine zugegebenermaßen mehr als unglückliche Entscheidung, türkischen Medienvertretern den Zugang zum Prozess zu verwehren, nieder zu machen.
Zu welcher Form von Rassismus gegenüber Russland diese bis zur Unkenntlichkeit verfälschten Bilder der Medien führen, habe ich ausführlich erläutert. Auch wird durch das nahezu vollständige Ausbleiben von Kritik an der Türkei, die nur als faszinierendes und wunderbares Urlaubsparadies dargestellt wird, was sie zweifelsohne auch ist, wird die Sensibilität gegenüber dem, was dort gerade passiert und was durch regierungsabhängige türkische Vereine nach Deutschland hineingetragen wird, die Sensibilität gegenüber der Dimension und Tragweite eines Gesetzes, wie es Ankara in punkto Adoption vorsieht, vollkommen abgetötet.
Hier greift die mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte Regierung EU-Anwärter über Jahrhunderte mühsam erworbene Grundwerte von Toleranz und Menschlichkeit an, die es zu bewahren gilt und bekommt dafür viel Applaus im eigenen Land sowie bei türkischstämmigen Migranten in Europa. Wenn „Liderin Lideri“ (Führer der Führer), wie viele Erdogananhänger ihn mittlerweile nennen befiehlt, scheint ein leider immer größer werdender Teil seiner Landsleute ihm auch in die noch so absurdesten Unternehmungen zu folgen. An die mediale Nichtbeachtung der katastrophalen Minderheitenlage im Staat zwischen Bosporus und Euphrat hat man sich traurigerweise ebenso bereits gewöhnt wie daran in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft als Rechtsradikal zu gelten, wenn diese auch nur fragmentär anschneidet.
Neulich noch meinte ein guter Freund mit Abitur und gehobener kaufmännischer Ausbildung zu mir, ich weise ja schon durch meine Kritik an der Türkei – hier liegt schon das erste Fehler, da ich niemals die Türkei als Ganzes, deren Gastfreundschaft, Sprache, Musik, kulinarische Genüsse und touristische Attraktivität ich sehr schätze, kritisiere, sondern mir große Mühe gebe, die korrekten Terminologien türkische Regierung sowie staatlich-türkische Minderheitenpolitik zu verwenden - rechte Tendenzen auf. Darauf ging ich nicht weiter ein und fragte ihn, um die Differenziertheit seiner Aussage zu verifizieren, ob er wisse, wer oder was Aleviten seien und ob er deren Geschichte kenne. Er entgegnete mir ernst, ungelogen, ohne Scham und sich selbst dabei nicht bewusst, was für eine Bildungslücke er im Zuge war zu offenbaren: - „Ja, die sind manchmal im italienischen Salat. Ich esse die aber nicht gerne, das sind, glaube ich, Nachtschattengewächse, oder? Aber wie kommste drauf und was hat das jetzt mit der Türkei zu tun?“
Eines der beiden Anfang 50, das andere deutlich jünger, so Anfang 20 und offenkundig, das wird aus den Tischgesprächen deutlich, zwei Lehramtsstudenten. Die Gruppe ist zu viert dort. Bis sie das Restaurant verlassen, kann ich nicht zuordnen, ob das ältere Paar seine Eltern sind oder ihre. Sie führen eine Unterhaltung in einer, gelinde gesagt, für die Nachbartische störenden Lautstärke. Keiner, auch ich nicht, beschwert sich; „Leben und leben lassen“ heißt es ja schließlich. Stattdessen lausche ich, was sie so zu sagen haben.
Die USA werden für ihre Irakpolitik harsch angegangen. – Eine Ansicht, die ich noch irgendwo teilen kann, bevor mir nach und nach übel wird. Man unterhält sich über das russische Gesetz, welches die Adoption von russischen Waisenkindern durch Familien in den verbietet USA. Wortführerin ist unangefochten der weibliche Part des älteren Pärchens.
- „Die Russen haben keine Probleme damit ihre Kinder wegzugeben. Die Russen sind ein sehr menschenverachtendes Volk“, poltert die Dame.
– Ca. 200 Millionen Russen – die Bevölkerung Russlands ist etwas geringer, zählt man aber jene mit, die in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken leben, kommt man ungefähr auf diese Zahl - , alle menschenverachtend? So ein Unsinn! Wenn dem so wäre dürfte es ja gar keine russischen Menschen mehr geben. Zweifelsohne auch ein Produkt der undifferenzierten und durchweg negativen Russlandberichterstattung in den Nachrichtensendungen der deutschen Mainstreammedien. Meiner Erfahrung nach, und das dürfte jeder, der mit Vertretern dieses Kulturkreises zu tun hat oder einmal Russland bereist hat, bestätigen können, lieben viele Russen ihre Familien weit über das Verständnis der westlichen Industrienationen von Liebe und Loyalität, hinaus und viele Europäer könnten sich gerade in punkto emotionale Wärme hier ein Beispiel an ihnen nehmen.
Einige etwas leichtere Gesprächsthemen weiter und ca. 15 Minuten später fängt die bereits erwähnte Dame, eine Bankangestellte in leitender Position, an, über ihren Chef herzuziehen. Nun ja, bis dahin nichts Ungewöhnliches – Welche/r Angestellte tut dies nicht. Bemerkenswert bis ekelerregend ist vielmehr die Art und Weise, in der sie es tut.
- „Mein Chef, den sie mir da jetzt vorgesetzt haben, der ist Holländer. Ey, der hat neulich einen Brief geschrieben, der an ne andere Filiale gehn sollte. Den hab ich nur durch Zufall auf meinem Schreibtisch gehabt. Ich hab in jedem Satz 20 Fehler korrigiert und dann hat der das in einem Tuckendeutsch geschrieben. Ne! Das konnt man net abschigge. Wenn die Käsköpp schon hier arbeidde, dann sollen sie wenigstens deutsch können.“
Ich denke bei mir: Dass das Beherrschen der deutschen Sprache meist eine notwendige Voraussetzung zur Partizipation am Erwerbsleben hierzulande ist, steht natürlich außer Frage. Aus den Worten der Dame spricht jedoch der blanke Neid, den sie in einer Form latenten Rassismus gegen Niederländer äußert, wie man sie bei den Generationen 45+ leider noch sehr häufig vorfindet. Eine gewisse Verbitterung über die wahrscheinlich höhere Gehaltsklasse ihres Chefs ist ebenso evident. Auch ich habe geschäftlich nicht selten mit Kunden in den Niederlanden zu tun und bin immer wieder beeindruckt, wie weit verbreitet dort die deutsche Sprache, trotz der nationalsozialistischen Greueltaten am holländischen Volk, heute dort ist, wie offen und ressentimentlos man mir dort begegnet und vor allem wie grammatikalisch oft makellos die Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift erfolgt – von spitzenmäßigen Englisch der Mehrheit der Holländer mal ganz zu schweigen!
Man muss also davon ausgehen, dass die Dame von Neid, Frust und Rassismus getrieben, hier eine verzerrte Wahrnehmung bzgl. der Fähigkeiten ihres Vorgesetzten im Hinblick auf seine Fähigkeiten in der deutschen Sprache, hat und davon sogar derart überzeugt ist, dass sie sich nicht schämt, damit ein ganzes Restaurant zu unterhalten. Ob andere Gäste dies hören wollen oder nicht scheint ihr egal zu sein. So merkt sie nicht einmal, wie ein junger Mann, der in weiblicher Begleitung am Tisch schräg gegenüber von sitzt, sich im Moment o.g. Äußerung zu ihr umdreht, mit den Augen rollt und kopfschüttelnd ein Gespräch mit seiner Begleitung beginnt. Ein Statement, wie es um ihre Kenntnisse der niederländisch-flämischen Sprache steht, bleibt die Bankangestellte natürlich schuldig. Natürlich habe ich mir nichts anmerken lassen, der Appetit am ansonsten überaus leckeren Essen, war mir allerdings vergangen.
Freundlich, höflich und zuvorkommend verabschiedete sich die Dame bei mir, als die vier das Restaurant verließen. Ich entgegnete ebenso mit meinem breitesten Lächeln, ließ es mir aber nicht nehmen durch das Wünschen einer „Spakoinoi nochy“ noch eine kleine aber feine Spitze zu verteilen. Ich weiß es nicht, aber meine an ihrer Mimik erkannt zu haben, dass sie genau verstanden hat, worauf ich durch die Verwendung der russischen Sprache anspielte.
Nun, solch verwirrte Menschen gibt es wohl überall. Für hoch problematisch sehe ich aber im Wesentlichen zwei Aspekte an:
1.) Keiner der 3 Tischgenossen widersprach ihr in irgendeinem Punkt oder relativierte auch nur ihr Parolen und Hasstiraden. Sie scheint also eindeutig als Meinungsbildnerin und Macherin in dieser Familie zu agieren und genießt diesbezüglich eine fatale Autorität, die ihre mehr als bedenklichen Ansichten wuchern lässt.
2.) Die Dame und ihre 3 Begleiter waren keinesfalls irgendwelche dahergelaufenen Bomberjacken tragenden Hobbyglatzen. Ganz im Gegenteil, sie wiesen alles ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild auf, bedienten sich nicht selten gehobener Wortwahl und wiesen bei anderen Gesprächsthemen eine profunde Kenntnis des deutschen Bildungswesens sowie in punkto Kunsthistorie auf. Solche Ansichten bei derart gebildeten Menschen? Dabei soll doch Bildung eigentlich das Allheilmittel gegen rechtes und rassistisches Gedankengut sein. Aber würde diese Dame überhaupt merken, dass sie derartiges Gedankengut verbreitet?
Die Antwort ist ein klares NEIN!
Warum? Weil Bildung in diesem Kontext wertlos ist, wenn sie keine Aufklärung beinhaltet. Rechtsradikalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit werden seit einigen Jahren in den deutschen Medien und parteiübergreifend von hochrangingen Politikern komplett und ausschließlich auf Islamphobie und Hass gegen türkischstämmige Migranten beschränkt. Diese beiden Aspekte sind zweifelsohne auch große Problem in der deutschen Gesellschaft, das komplette Phänomen aber darauf zu beschränken, ist aber einfach dumm und gefährlich.
Das Produkt einer solchen Meinungsmache sind Ansichten, wie sie bei der o.g. Dame vorherrschen. Über die Formen von Rassismus, die sie äußert, regt sich skandalöserweise auch niemand wirklich auf. Holländer durch den Kakao zu ziehen ist doch in Deutschland total lustig und bei nahezu jeder Gelegenheit gesellschaftsfähig – schließlich haben die Bösen Rudi Völler angespuckt…Wer nicht rafft, dass der letzte Satz ironisch gemeint war: EINFACH DIE FRESSE HALTEN!
Nach den Erfahrungen dieses Abends muss folgende unbequeme Frage einmal gestellt werden:
Wenn Mohammed Karikaturen einen riesen Medienrummel erzeugen und tagelang in allen Nachrichtensendungen sowie Bestandteil diverser Polittalks sind, warum wird eigentlich so rein gar nicht über den insbesondere vor 1965 geborenen Deutschen vorhanden Hass gegen Mitmenschen aus den Niederlanden ? – Man mag mir vorwerfen, der Vergleich hinke. Dem ist aber mit Nichten so, In punkto Verhältnismäßigkeit liegt bei der hiesigen Berichterstattung einiges im Argen. Und dass die meisten Holländer die dämlichen deutschen Ressentiments mit Humor nehmen, spricht auf ein Neues für die Holländer, nimmt aber zweifelsohne rassistischen Äußerungen wie jenen besagter Bankangestellter nicht die Brisanz.
Um hier Kritik vorzubeugen: Berichte, die zu einer kontroversen Debatte über die Verletzung religiöser Gefühle, egal welcher Glaubensrichtung oder Konfession, führen, müssen natürlich Bestandteil unserer Medienlandschaft bleiben.
ABER: Das Thema Rassismus ist zu komplex, um darauf beschränkt zu werden. Schon in einem früheren Thread habe ich vor dem was jetzt kommt unter einer Fokussierung auf andere Sachverhalte gewarnt.
Welche katastrophalen Auswirkungen die negative Russlandberichterstattung von ARD-Tagesschau, ZDF-heute und RTL Aktuell hat, beweist nicht nur die Dame aus dem Restaurant. Auch war ich über Jahre extrem über die Äußerungen einer guten Bekannten, die ich privat sehr schätze, die aber keine Gelegenheit ausließ, sich abfällig über Russen und andere Vertreter slawischer Völker zu äußern, teilweise schockiert und teilweise sogar regelrecht erbost.
Auch da fielen Äußerungen wie „Die sind alle ekelhaft“, „Menschenverachtendes, brutales Volk“…und der ganze klischeehafte rassistische Nonsens über „die Russen“ und Russland, der es leider heute geschafft hat nicht nur gesellschaftsfähig zu sein sondern sogar in weiten Kreisen des deutschen Bildungsbürgertums als schick zu gelten. Meine Bekannte verfügt übrigens über ein abgeschlossenes Studium und arbeitet in leitender Funktion im technischen Bereich bei der deutschen Filiale eines amerikanischen Weltunternehmens. Hier allerdings freue ich mich sehr, dass sie diese Ansichten inzwischen nicht mehr vertritt. Der Grund dafür ist eine recht schwere, aber niemals lebensbedrohliche Krankheit bei ihr. Sie fuhr über zwei Jahre lang von einem Arzt zum anderen. Aber die Schulmedizin konnte keine Abhilfe, ja nicht einmal eine definitiv verlässliche Diagnose stellen. Durch eine Arbeitskollegin wurde ihr eine russische Babka empfohlen (eine Art traditionelle russische Naturheilkundlerin). Sie behandelt sie bis heute im Behandlungsraum ihrer Wohnung und hat das geschafft, was 4 regional im Rhein-Main-Gebiet sehr angesehene Schulmediziner nicht vermochten. Die körperlich vorher klar sichtbaren Symptome sind bereits vollständig weg. Auch ihre vorher ausschließlich durch die Medien geprägte Sichtweise auf Väterchen Russland und seine Kinder hat sich zum Glück nun um 180° gedreht.
Doch solche Erfahrungen sind leider lange nicht jedem vergönnt und wer nicht die Gelegenheit hat sie zu machen sowie auch jeder andere, lese bitte Folgendes, um nicht alles zu glauben, was die Massenmedien versuchen uns zu suggerieren. Ich möchte mich nun der himmelweit unterschiedlichen medialen Aufmerksamkeit bzgl. zweier Ereignisse widmen, wie sie artverwandter kaum sein könnten: Im Gegensatz zur in einem früheren Thread beschriebenen Ausschlachtung des Pussy-Riot-Prozesses und der damit verbundenen Stilisierung von Grobem Unfug zu revolutionärem Freiheitskampf, muss sich die russische Legislative sicherlich ein gewisses Maß an Kritik für sein Gesetz gefallen lassen, welches die Adoption russischer Waisen durch US-Bürger untersagt. Dieses Thema lief über eine ganze Woche durch alle Nachrichten -, Politik-, und Gesellschaftssendungen auf RTL, ZDF und ARD. Dafür dass dieses Gesetz für Deutschland keinerlei Bedeutung hat, sondern allenfalls für den an den Kalter-Krieg-Reloaded-ähnlichen Beziehungen ganz und gar nicht unschuldigen großen Bruder aus den USA, ist das verdammt viel Sendezeit.
Ganz zu schweigen davon, dass natürlich nur Russland kritisiert wurde und die USA nahezu vollkommen kritiklos davon kamen, was der Sache nicht gerecht wird. Schon das türkische Pendant zum Pussy-Riot-Prozess, die lächerliche Anklage gegen den Pianisten Fazil Say, fand hierzulande nur in den Printmedien ein wenig Beachtung.
Nun aber geht es um ein Thema, das äquivalenter zum russischen Adoptionsgesetz nicht sein könnte. So hat es sich die türkische Regierung auf die Fahnen geschrieben, einer türkischen Mutter dabei zu helfen, ihren bei einem lesbischen Paar in den Niederlanden lebenden Sohn, den sie zur Adoption frei gegeben hat, zurückzuholen.
Die Welt berichtete am 18.03.2013 wie folgt:
- „Die Regierung in Ankara setzt sich vehement für eine Rückkehr des Jungen zu seiner leiblichen Mutter ein. Eine türkische Parlamentskommission für die Menschenrechte will ermittelt haben, dass etwa 5000 Kinder türkischer Herkunft europaweit in "fragwürdigen" Familienverhältnissen lebten. Damit sind christliche und schwule Adoptiveltern gemeint. Am Donnerstag besucht der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte, Chef einer konservativ-sozialen Koalition, und dabei dürfte Yunus Thema werden. Yunus wurde 2004 kurz nach seiner Geburt mit Kopfverletzungen und einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus eingeliefert. Seine Mutter behauptete, er sei gefallen. Das Haager Jugendamt glaubte ihr nicht. Auch die älteren Geschwister von Yunus, Arif und Halil, wurden von den Behörden wegen Misshandlung und erzieherischer Mängel ihrer Eltern für die Adoption durch andere lesbische Paare freigegeben. Die Mutter entführte Arif und Halil daraufhin und brachte sie zu den Großeltern in der Türkei. Ein niederländischer Richter verurteilte die türkischen Eltern deshalb zu einer Haftstrafe und sorgte dafür, dass die Kinder an die Nordsee zurückkehrten, wo sie jetzt noch immer leben.“ http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article114525880/Erdogan-Keine-muslimischen-Kinder-fuer-lesbische-Paare.html
Man muss sich das mal überlegen. Es handelt sich hier nicht um ein unbedeutendes Schamützel zwischen zwei übrig gebliebenen Alten Kriegern! Die Regierung in Ankara gibt sich offen rassistisch gegen die mehrheitlich christlichen Adoptiveltern Europas, unverhohlen homophob gegen homosexuelle Paare, die die Größe und Güte besitzen Waisenkindern oder Kinder deren Eltern sie, aus welchen Gründen auch immer abgeben mussten, ein neues Zuhause zu geben. Heute vermeldeten die „Deutsch-Türkischen-Nachrichten“, dass die Regierung Erdogan sogar den Europäischen Menschrechtsgerichthof mit einer Klage, in der sie ein Recht auf türkischstämmig-muslimische Adoptiveltern für Adoptivkinder aus der Türkei fordert, belästigen wird. Das könnte auch hunderte, wenn nicht sogar tausende Adoptiveltern in Deutschland betreffen.
Wer jedoch meint, dieser neuerliche Akt des Rassismus, der Homophobie und Menschenverachtung der Regierung Ankara, der nicht zuletzt durch den Gang nach Den Haag einen Teil unser aller Steuergroschen fressen wird, sei dem deutschen TV eine Meldung wert, ist auf dem Holzweg. Zu groß scheint a) der Einfluß türkischer Lobbys und b) die Angst vor tobenden türkischen Verbänden, die bei jedem Anflug von leisester Kritik die Nazikeule schwingen, fällt diese Meldung doch mit dem Start des Prozess gegen Beate Tschäpe zusammen und ist es doch viel politisch korrekter, 24/7 das OLG München für seine zugegebenermaßen mehr als unglückliche Entscheidung, türkischen Medienvertretern den Zugang zum Prozess zu verwehren, nieder zu machen.
Zu welcher Form von Rassismus gegenüber Russland diese bis zur Unkenntlichkeit verfälschten Bilder der Medien führen, habe ich ausführlich erläutert. Auch wird durch das nahezu vollständige Ausbleiben von Kritik an der Türkei, die nur als faszinierendes und wunderbares Urlaubsparadies dargestellt wird, was sie zweifelsohne auch ist, wird die Sensibilität gegenüber dem, was dort gerade passiert und was durch regierungsabhängige türkische Vereine nach Deutschland hineingetragen wird, die Sensibilität gegenüber der Dimension und Tragweite eines Gesetzes, wie es Ankara in punkto Adoption vorsieht, vollkommen abgetötet.
Hier greift die mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte Regierung EU-Anwärter über Jahrhunderte mühsam erworbene Grundwerte von Toleranz und Menschlichkeit an, die es zu bewahren gilt und bekommt dafür viel Applaus im eigenen Land sowie bei türkischstämmigen Migranten in Europa. Wenn „Liderin Lideri“ (Führer der Führer), wie viele Erdogananhänger ihn mittlerweile nennen befiehlt, scheint ein leider immer größer werdender Teil seiner Landsleute ihm auch in die noch so absurdesten Unternehmungen zu folgen. An die mediale Nichtbeachtung der katastrophalen Minderheitenlage im Staat zwischen Bosporus und Euphrat hat man sich traurigerweise ebenso bereits gewöhnt wie daran in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft als Rechtsradikal zu gelten, wenn diese auch nur fragmentär anschneidet.
Neulich noch meinte ein guter Freund mit Abitur und gehobener kaufmännischer Ausbildung zu mir, ich weise ja schon durch meine Kritik an der Türkei – hier liegt schon das erste Fehler, da ich niemals die Türkei als Ganzes, deren Gastfreundschaft, Sprache, Musik, kulinarische Genüsse und touristische Attraktivität ich sehr schätze, kritisiere, sondern mir große Mühe gebe, die korrekten Terminologien türkische Regierung sowie staatlich-türkische Minderheitenpolitik zu verwenden - rechte Tendenzen auf. Darauf ging ich nicht weiter ein und fragte ihn, um die Differenziertheit seiner Aussage zu verifizieren, ob er wisse, wer oder was Aleviten seien und ob er deren Geschichte kenne. Er entgegnete mir ernst, ungelogen, ohne Scham und sich selbst dabei nicht bewusst, was für eine Bildungslücke er im Zuge war zu offenbaren: - „Ja, die sind manchmal im italienischen Salat. Ich esse die aber nicht gerne, das sind, glaube ich, Nachtschattengewächse, oder? Aber wie kommste drauf und was hat das jetzt mit der Türkei zu tun?“
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Yunus
Samstag, 29. Dezember 2012
Ein anderer Rückblick auf 2012: Doppelmoral und indirekte Zensur in Deutschlands Nachrichtensendungen. Wie türkischer Rassismusimport unterstützt wird!
Ein anderer Rückblick auf 2012: Doppelmoral und indirekte Zensur in Deutschlands Nachrichtensendungen. Wie türkischer Rassismusimport unterstützt wird! Die Verdienste unserer Bundesregierung um Angela Merkel in punkto Innenpolitik und wirtschaftliches Wachstum, selbst gegen den Trend im Großteil unserer Nachbarstaaten, ist unbestritten und sie hat dafür zweifelsohne Lob verdient. Da jedoch nie etwas ganz weiß oder ganz schwarz gemalt werden kann, möchte ich mich nun speziell mit einem besorgniserregenden Negativaspekt unserer aktuellen politischen Situation beschäftigen. Auf den ersten Blick, aber auch wirklich nur auf den, haben wir es mit einer rein außenpolitischen Problematik zu tun. Aber der Reihe nach: Während beispielsweise über die nach westlichem Rechtsverständnis geradezu lächerlich anmutende Anklage gegen den genialen Pianisten Fazil Say, der es beispielsweise schafft Bühnenbilder wie bei Giuseppe Verdi zu entwerfen, Inszenierungen zu kreieren, die ein wenig an den Gefangenenchor aus Nabucco erinnern, dazu spitzenmäßige Musik im Stile eines Bela Bartok komponiert und das Ganze vor dem Hintergrund des brisanten Themas Nazim Hikmet spielen lässt, der auch heute noch vielen Stimmen in der Türkei als „Vaterlandsverräter“ gilt, wegen eines Tweets, lediglich im Hörfunkprogramm der ARD berichtet wurde, schwiegen die Televisionsmedien gänzlich zu diesem Thema, wohingegen sie den Prozess gegen die russische Punkband Pussy Riot bis ins Unendliche ausschlachteten. Nun steht hier vollkommen außer Frage, dass das Strafmaß Letztgenannter in keinem Verhältnis zu ihrem Vergehen steht und absolut überzogen ist. Auf der anderen Seite findet kaum kontroverse Berichterstattung statt. Wo blieb an dieser Stelle z.B. der Hinweis auf den § 166 StGB „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“, mit welchem die Damen zweifelsohne auch nach deutschem Recht in Konflikt geraten wären. Aus künstlerischer Sicht bleibt des Weiteren folgendes festzuhalten: Was hat Pussy Riot großartiges geleistet? Sie haben einen primitiven Text in einer Kirche gesungen, dabei eine sehr ungelenk anmutende Show performed und instrumental, bekommt gegen die Stücke dieser Band sogar Deep Purples "Smoke On The Water" einen geradezu symphonischen Charakter. Erschwerend hinzu kommt, dass die Bandmitglieder in punkto des Straftatbestandes „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ bereits vorbelastet waren. Sie haben letztendlich nichts anderes getan, als einen primitiven und prä-pubertären Text zu einer einfallslosen Melodie gesungen, ohne auch nur die geringste sachliche Kritik an Putin oder seiner Politik zu äußern. Protest mag viele Gesichter haben, raffiniert subversive Gesellschaftskritik stelle ich mir jedoch anders vor. Auch die mediale Stilisierung dieser Damen zu Heldinnen wirkt außerordentlich grotesk und passt nur allzu gut zum aktuellen Medientrend, Russland niederzumachen, sobald Putin einmal zu laut hustet. Unter den beliebtesten Opfern deutscher Medienkritik finden sich in der Tat zumeist nur Russland oder Staaten, die ihre Armeen mit in Russland produziertem Kriegsgerät ausrüsten. Syrien und Venezuela sind da nur die prominentesten Beispiele. Kritik an diesen Staaten ist in einer freien Gesellschaft natürlich absolut legitim und wünschenswert, jedoch muss man sich in der Tat, und das ist auch der Grund für den o.g. Vergleich, als kritischer Mensch unbedingt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen – oder wann haben sie in der Tagesschau, bei ZDF heute oder RTL Aktuell den letzten kritischen Bericht über die Türkei, Saudi-Arabien oder die Golfstaaten gesehen? Sind selbst unseren Journalisten mittlerweile Panzer – und U-Bootdeals wichtiger geworden als Menschenrechte? Hat die Waffenlobby unsere Medien erreicht? Wie viel Zensur Zensur findet durch die Aufsichtsräte und Sponsoren unserer Medien wirklich statt? Vor dem Hintergrund folgender Tatsachen, haben wir es hier mit durchaus berechtigten Fragen zu tun. So wurde im Herbst 2012 bekannt, dass die Türkei zum wiederholten Mal weltweit die größte Anzahl an Journalisten in Haft hält und dabei selbst China und den Iran in den Schatten stellt. Fernsehberichte Fehlanzeige! Ebenso blieben Berichte über die ganz klar politisch motivierte strafrechtliche Verfolgung der Soziologin Pinar Selek, die sich seit Ende November 2012 einem erneuten Verfahren ausgesetzt sieht, aus. Ihr Engagement für insbesondere die kurdische Minderheit wird ihr in diesem, und dafür ist die o.g. Statistik zum Thema Pressefeindlichkeit Beweis genug, durch und durch repressiven System offenbar zum Verhängnis. So verwundert es in Anbetracht dessen wenig bis gar nicht, dass die Lage der kurdischen Hungerstreikenden im Oktober 2012 und die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Osten des türkischen Staatsgebiets lediglich in einem ca. 20 Sekunden dauernden Bericht der Tagesschau im Stile einer Schlagzeile erwähnt wurden. Sie demonstrieren gegen die Isolationshaft von Abdullah Öcalan. Indem man sie und ihren ehrlichgemeinten unter Einsatz des eigenen Lebens und die eigene Gesundheit für die Ideale und die, im Vertrag von Sèvres 1919 einmal garantierte Freiheit ihres Volkes, gefährdend, geführten Protest weitestgehend ignoriert, da sie über keinerlei Lobby verfügen, auf der anderen Seite aber andererseits dort wo es passt und gilt den Hauptkonkurrenten um Rang 2 im internationalen Waffenexport zu verdrängen, groben Unfug und Erregung öffentlichen Ärgernisses zur revolutionärem Kampf erhebt, führen die deutschen Televisionsmedien, ihre Intendanten und die dahinter stehenden Lobbys jedwedes journalistisches Ethos vollkommen ad absurdum. Sie halten dem Bürger wider besseren Wissen bedeutende Informationen des Weltgeschehens vor, die in Anbetracht der hiesigen Bevölkerungsstruktur und 800.000 in Deutschland lebenden Kurden, im Gegensatz zum Pussy Riot Prozess, längst nicht mehr eine außenpolitische Angelegenheit sind. Man hat den Eindruck, der Bürger solle gar nicht verstehen, wie brutal, arrogant und menschenverachtend sich das sonst gerne angepriesene vermeintliche Wirtschaftswunderland (das Geheimnis hier sind Kredite) und Urlaubsparadies (z.B. RTL wird u.a. von Turkishairlines gesponsert…ein Schelm, wer da Böses denkt) gegenwärtig agiert. Leider passt es da ins Bild, dass die Nachrichtenoligopolinhaber in Form des Triumvirats aus Tagesschau, ZDF heute und RTL Aktuell nur knappe, völlig unzureichende Berichte über die Zwangsenteignung des ältesten christlichen Klosters Mor Gabriel durch den türkischen Staat ausstrahlen. Der Fairness halber müssen natürlich an dieser Stelle auch die guten und ausführlichen öffentlich-rechtlich produzierten Dokumentationen zum Thema erwähnt werden. Diese jedoch dürfen offenbar nur gesendet werden, wenn der durchschnittliche Erwerbstätige längst in Morpheus Armen liegt. Es ist des Weiteren als riesiger Skandal zu bewerten, dass kein Wort darüber, dass türkische Schulbücher Aramäer ganz offiziell als Landesverräter diffamieren. Die Aramäer waren ebenso wie die Armenier und pontischen Griechen Opfer des rassistisch motivierten und kaltblütig-systematisch ausgeführten Völkermords an Christen im osmanischen Reich, der exemplarisch für weitere Genozide des 20. Jahrhunderts war und für dessen Durchführung das deutsche Kaiserreich zu einem beträchtlichen die Logistik und Infrastruktur lieferte. Auch hierüber verlieren die großen Nachrichtensendungen kein Wort. Stattdessen berät die Politik ausgerechnet verstärkt in Hessen, wo sich in der Stadt Gießen die größte aramäische Gemeinde Deutschlands befindet, über eine Beteiligung der vom türkischen Staat kontrollierten DiTiB am muslimischen Religionsunterricht an deutschen Schulen. Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass man die Verehrung von Völkermördern an der von besagter Organisation unterhaltenen Berliner Sehitlikmoschee duldet, erwägt man, einem Staat, der seit 150 Jahren unbehelligt immer wieder rassistische Progrome, Massaker und die Unterdrückung von Minderheiten praktiziert, direkten Zugriff auf das deutsche Bildungssystem zu gestatten. Wir müssen das Kind hier beim Namen nennen und in der Tat von einer gefährlichen Form staatlich tolerierten Rassismusimports aus Ankara sprechen. Man fühlt sich unweigerlich an eine Zeit erinnert, als das Kaiserreich versuchte Berichte über die Christenprogrome im osmanischen Reich zu zensieren, da es in einer ganz und gar unheiligen Allianz zu eben diesem stand. Sogar die Proteste von 10.000 Aleviten gegen den Erdogan-Besuch, an denen sich im Übrigen auch armenische, aramäische und griechische Verbände beteiligten, enthalten uns Tagesschau und ZDF Heute-Nachrichten vor. RTL berichtet zwar kurz und oberflächlich, baut aber gar in seine Berichterstattung die ungeheuerliche Formulierung "angebliche Menschenrechtsverletzungen" ein. Diese Formulierung grenzt an eine Störung der Totenruhe gegenüber z.B. den Opfern der Dersimmassaker, der Opfer von Sivas oder Kahramanmaras. Den Letztgenannten wurde am 23.12.2012 durch einen Trauermarsch gedacht. Die türkische Polizei versuchte mit Unterstützung der Armee die friedliche Trauerkundgebung durch den Einsatz von Wasserwerfern und Gummigeschossen aufzulösen. Es verwundert trotz zahlreicher Kundgebungen in Europa (z.B. Frankfurt a.M. oder Paris) nicht, dass die großen 3 der deutschen Nachrichten auch hier dafür sorgen, dass die Kenntnis um die Dimension dieses historischen Verbrechens und der von staatlich türkischer Seite vollführten Unterdrückung seiner Erinnerung, möglichst wenigen Bundesbürgern zugänglich bleibt. Auch diese Form von türkischem Importrassismus hat längst Deutschland erreicht. So sah sich eine alevitische Familie aus Berlin-Tempelhof im August 2012 einem türkischen Lynchmob vor seiner Haustür ausgesetzt, der erst durch mehrfaches Erscheinen der Polizei verschwand. Statt über dieses riesige und stetig wachsende Problem des türkischen Rassismusimports zu berichten, langweilt z.B. die Tagesschau den Zuschauer mit teilweise grotesk anmutenden Berichten über "Türkische Bierzeltgemütlichkeit" oder die "Filmstadt Istanbul", während man gleichzeitig auf Tagesschau24 CNN berechtigterweise harsch für seine durchweg positive Berichterstattung gegenüber den Golfstaaten, die sich beim Sender eingekauft haben, rügt. Diese Kritik ist zwar absolut gerechtfertigt. Vor dem Hintergrund der eigenen Berichterstattung, stinkt dieses Verhalten aber bis zum Himmel vor Doppelmoral. Die Intendanten der großen deutschen Rundfunkanstalten sollten sich fragen, ob eine derart unverhältnismäßige Berichterstattung mit journalistischem Ethos vereinbar ist. Unsere Medien haben die Aufgabe gesellschaftliche Zustände abzubilden. Dieser kommen sie hier überhaupt nicht nach und zeichnen stattdessen offenbar absichtlich, weil augenscheinlich durch Lobbys und zweifelhafte politische Kräfte beeinflusst, ein bis zur Unkenntlichkeit verfälschtes Abbild der Zustände. Die Berichterstattung der großen 3 ist im Hinblick auf o.g. Kontext, zu einer interessenpolitischen Farce verkommen. Da ich mit einem Vergleich der Berichterstattung zwischen Russland und der Türkei angefangen habe, möchte ich nun auch in gewisser Weise mit einem solchen schließen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der türkische Botschafter in Deutschland, Hüseyin Avni Karslıoğlu, die historisch einwandfreie Darstellung des Armeniergenozids in der Ausgabe des GEO Epoche Magazins über das osmanische Reich als „geleugnetes Verbrechen“ – wer sich mit der Thematik auskennt, weiß dass es in Wahrheit noch viel schlimmer ist, dass es sich nämlich nicht nur um ein geleugnetes sondern spätestens seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans sogar um ein glorifiziertes Verbrechen handelt – in einem verabscheuungswürdigen mit Halbwissen gespickten Hetzbrief monierte. Wie uns das Erdoğansche Rumpelstillzchenspiel nach dem Boyer-Gesetz zeigte, können wir davon ausgehen, dass bei einer vergleichbaren Aktion eines deutschen Botschafters in der Türkei sofort wieder das Säbelrasseln mit Diplomatenausweisung und Wirtschaftsboykottaufrufen losginge. Vor dem Hintergrund, dass sich die Türkei immer wieder ausdrücklich äußere Einmischung in ihre „inneren Angelegenheiten“ verbittet, schäumt diese Aktion des Botschafters nur so vor Doppelmoral, Selbstgerechtigkeit und Hybris! An unsere 3 Meinungsmacholigarchen im TV ergeht hiermit die Frage, welchen unglaublichen Skandal sie wohl aus dieser Sache konstruiert hätten, hätte sich ein russischer Botschafter einen derartigen Angriff auf die deutsche Pressefreiheit geleistet? Ich sehe die Schlagzeilen, die sie produziert hätten, schon vor: „Putins Zensurmaschinerie streckt ihre Tentakel nach Deutschland aus“ „Mit uns nicht Herr Putin – Wir wählen die Freiheit!“ „Endlich raus mit ihm! – Was erlauben russische Botschafter?!“ Diese volksverhetzende Zensurmaschinerie kommt aber hier nicht aus Russland sondern von unserem ach so vorbildlichen NATO-Partner und spätestens hier wird klar, wovon Sarkozy spricht, wenn er die Terminologie „türkische Unkultur“ verwendet. Innertürkische Konflikte in Deutschland sind längst Realität und unseren Politikern sei gesagt, dass man ihnen sicherlich nicht Herr wird, indem man immer wieder jenen nachgibt, die bei jeglicher Türkeikritik sofort mit Klischees und Stigmatisierungen um sich werfen? So ist nicht nur aus Internetforen folgendes stereotypes Verhalten bekannt: Kritisiert jemand mit deutschem Namen die menschrechtlichen Zustände in der Türkei, so schwingen sie die Nazikeule und versuchen das Thema auf NSU o.ä. zu lenken. Kritisiert jemand mit türkischem Namen diese, wird sofort das PKK und / oder ASALA-Netz ausgeworfen. Für solche Kräfte scheint also zu gelten: Kritik am Staat=Terrorismus. Das ist eine alles andere als demokratische Haltung und das darf nicht weiter verschwiegen werden! Integration und Toleranz kann und darf nicht bedeuten, dass eine zahlenmäßig große Minderheit mit entsprechender Lobby, mehrere zahlenmäßig kleinere ohne Lobby nach Lust und Laune und noch dazu unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit diskriminieren und verunglimpfen darf. Letzten Endes bleibt folgender Lichtblick. Innerhalb einigen Teilen der Bevölkerung scheint diese Botschaft bereits angekommen zu sein. So wurde beim Bürgerdialog ein analoger Gesetzesentwurf zum französischen Boyer-Gesetz mit beträchtlichem Abstand auf Platz 1 aller Vorschläge gewählt. Der Bürgerdialog erwies sich jedoch als Bauernfängerei-Aktion, da die drei meistgewählten Vorschläge, und somit alle diejenigen mit mehr als 100.000 Stimmen, kurz und knapp von der Bundeskanzlerin abgeschmettert wurden, während nur solche gelobt wurden, die sich ohnehin auf der politischen Agenda befanden [http://julian-tumasewitsch.blogspot.de/2012/12/angela-merkel-macht-eine-farce-aus-dem.html]. Nützliche weiterführende Links zur Thematik: Hetzbrief des türkischen Botschafters an Michael Scharper, den Chefredakteur von GEO-Epoche: http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geo_epoche/mord-an-den-armeniern-kein-genozid-73736.html Der Weltmeister der Pressefeindlichkeit: http://www.berliner-zeitung.de/medien/tuerkei-weltmeister-der-pressefeindlichkeit,10809188,17209538.html Pinar Selek: http://www.focus.de/kultur/buecher/justiz-prozess-gegen-pinar-selek-soll-neu-aufgerollt-werden_aid_866506.html Der kurdische Hungertreik: http://www.taz.de/!104059/ http://www.youtube.com/watch?v=7f7bp_qB1hI http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/8109132436/ Mor Gabriel: http://www.3sat.de/page/?source=%2Fkulturzeit%2Fnews%2F163590%2Findex.html http://www.youtube.com/watch?v=UUW-5z8f2hQ http://www.youtube.com/watch?v=PqDU8d6abwo Unterdrückung und Verunglimpfung der christlichen Minderheiten und der Kurden: http://www.lemondepolitique.fr/culture/g%C3%A9nocide.html http://www.igfm.de/Christen-in-der-Tuerkei.1027.0.html http://nordirak-turabdin.de/2011/12/16/foderation-der-aramaer-schreibt-offenen-brief-12-12-2011/ http://www.taz.de/!92269/ http://www.youtube.com/watch?v=p2DGs6_b5Zc http://www.youtube.com/watch?v=UA3Uv9QNXug Massaker an Aleviten und Übergriffe auf sie: http://www.welt.de/kultur/history/article13729423/Das-vergessene-Massaker-der-Tuerken-an-den-Aleviten.html http://www.spiegel.de/politik/deutschland/15-jahre-massaker-von-sivas-die-auferstehung-der-aleviten-a-563623.html http://www.youtube.com/watch?v=civn61aildA http://www.taz.de/!99887/ Türkischer Rechtsextremismus: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/rechtsextreme-migranten-angst-vorm-grauen-wolf-11651990.html http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-01/rechtsradikalismus-tuerken http://www.ikus.ovgu.de/ikus_media/Newsletter/2012/August/13_+August/t%C3%BCrkischer+Rechtsextremismus.pdf http://www.tagesspiegel.de/politik/tuerkischer-rechtsextremismus-radikalisierung-unter-jungen/6101386.html http://www.welt.de/politik/deutschland/article13735417/Der-Schein-truegt-die-Grauen-Woelfe-sind-gefaehrlich.html"> http://www.welt.de/politik/deutschland/article13735417/Der-Schein-truegt-die-Grauen-Woelfe-sind-gefaehrlich.html
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